Kaufinteressenten melden sichZaun ist wieder auf
Der Sicherheitszaun um Heiligendamm ist einen Tag nach dem G8-Gipfel wieder geöffnet worden. In den nächsten Tagen wird mit dem Abbau begonnen, Kaufinteressenten haben sich auch schon gemeldet.
Der Sicherheitszaun um Heiligendamm ist einen Tag nach dem G8-Gipfel wieder geöffnet worden. Die beiden Zugänge können seit dem frühen Samstagmorgen ohne Kontrollen passiert werden. Drei Tage lang war die Kontrollschleuse im Sicherheitszaun von mehr als tausend G8-Kritikern belagert und von der Polizei mit Wasserwerfern verteidigt worden.
Die zwölf Kilometer lange und 2,50 Meter hohe "technische Sperre" rund um Heiligendamm solle nun in Abstimmung mit den benachbarten Bauern demontiert werden. Laut Auftrag sei dafür bis zum 30. August Zeit. Für den Zaun gibt es nach Angaben der Herstellerfirma mehrere Interessenten. "Mit dreien sind wir in intensiven Gesprächen", sagte der Geschäftsführer der Metall-Zaun-Stahlbau GmbH aus Bargeshagen, Frank Neumann, der "Schweriner Volkszeitung". Darunter seien zwei Flugplätze.
Während des Gipfels habe der Zaun gehalten und damit seinen Zweck erfüllt, sagte der Chef des 20-Mann-Betriebs. "Ich bin zufrieden und froh, dass nichts passiert ist." Seit dem 30. Mai seien die Techniker in 24-Stunden-Bereitschaft gewesen. "In dieser Zeit sind wir zwei Mal zum Nachrüsten gerufen worden." Durch den viel beachteten Auftrag sei der Bekanntheitsgrad des Unternehmens gestiegen, sagte Neumann. Für neue Zaunbauten gebe es bereits Anfragen. Eine der überraschendsten sei von der Botschaft der Seychellen für einen Neubau in Deutschland gekommen.
Mit der technischen Ausstattung -Kameras und Bewegungsmeldern -hatte der G8-Zaun in Heiligendamm früheren Angaben zufolge rund 12,5 Millionen Euro gekostet. Im Ort selbst herrschte samstägliche Ruhe. Reisebusse holten die Mitglieder der ausländischen Delegationen ab.
In Wismar und Schwerin verstärkte die Polizei ihre Präsenz. Ein Sprecher verwies auf Aufrufe im Internet zu gewalttätigen Aktionen in den Innenstädten. In Wismar wurde deswegen ein Demonstrationsverbot verhängt.