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Politik

Sonntag, 28. Februar 2010

Kein spezifisch katholisches Problem: Zollitsch lehnt "Runden Tisch" ab

"Sexueller Missbrauch von Kindern ist kein spezifisches Problem der katholischen Kirche." Das meint der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Zollitsch. Es habe auch nichts mit Zölibat oder der katholischen Sexuallehre zu tun. Also sei auch ein "Runder Tisch" für die katholische Kirche unangebracht.
Der Zöllibat ist nicht schuld, meint Robert Zollitsch.

Der Zöllibat ist nicht schuld, meint Robert Zollitsch.
(Foto: APN)

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, lehnt einen "Runden Tisch" zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Geistliche ab. "Sexueller Missbrauch von Kindern ist kein spezifisches Problem der katholischen Kirche", sagte er der "Welt am Sonntag". Es habe weder etwas mit dem Zölibat zu tun, noch mit Homosexualität, noch mit der katholischen Sexuallehre. "Deshalb brauchen wir auch keinen 'Runden Tisch' speziell für die katholische Kirche", sagte der Erzbischof und stellte sich damit gegen einen Vorschlag von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).

Sollte Leutheusser-Schnarrenberger einen "Runden Tisch" für alle gesellschaftlich relevanten Gruppen einrichten, werde die Kirche natürlich dabei sein, sagte Zollitsch weiter. Auf jeden Fall wolle er die Einladung der Ministerin zu einem Gespräch annehmen. Auf die Frage, warum viele Missbrauchsopfer lange bei kirchlichen Stellen auf taube Ohren stießen, sagte Zollitsch: "Diese Fälle liegen in der Regel 25, 30 Jahre zurück. Damals hat man geglaubt, dass wenn die Täter ihr Unrecht einsehen, das nicht mehr vorkommt. Es war naiv, das zu glauben."

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dpa

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