Samstag, 14. Juni 2008
Einbürgerungstest populär: Zwei Drittel dafür
Der vom Bundesinnenministerium geplante bundesweit einheitliche Einbürgerungstest wird von einer großen Mehrheit der Bundesbürger unterstützt. In einer Emnid-Umfrage hätten sich 66 Prozent der 503 repräsentativ ausgewählten Befragten für einen solchen Test ausgesprochen, berichtete die "Bild am Sonntag" als Auftraggeber.
Ausländer, die Deutsche werden wollen, müssen ab 1. September einen bundeseinheitlichen Einbürgerungstest bestehen. Insgesamt soll der Katalog 310 Fragen umfassen, aus denen für die Tests jeweils 33 Fragen ausgewählt werden.
Herbe Kritik von SPD und Opposition
Die Fragen umfassen, ähnlich dem hessischen Prototypen aus dem Jahr 2006, die Themenfelder "Politik in der Demokratie", "Geschichte und Verantwortung" sowie "Mensch und Gesellschaft". Im Ankreuzverfahren gilt es, 17 von 33 Fragen richtig zu beantworten.
Bei Sozialdemokraten und Oppositionspolitikern stoßen die Pläne des Bundesinnenministeriums für einen Einbürgerungstest weiter auf Kritik. Die SPD-Innenpolitikerin Lale Akgün sagte der "Frankfurter Rundschau", Deutschland wolle die Zahl der Einbürgerungen steigern die Prüfung sei dabei kontraproduktiv.
Der Grünen-Europa-Abgeordnete Cem Özdemir bemängelte, während andere Länder versuchten, "aus Ausländern Inländer zu machen, machen wir das Gegenteil". Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Edathy sagte der "Süddeutschen Zeitung", es sei unangemessen, dass eine so wichtige Frage am Parlament vorbei entschieden werden solle. Über die Prüfung müsse in der Koalition im Einvernehmen entschieden werden.
Mit Blick auf die Testfrage zu Brandts Kniefall sagte Edathy, es dürfe keine Prüfung geben, die auch eine Mehrheit der Deutschen nicht bestehen würde. Dies sei jedoch bei den meisten Beispielfragen der Fall.
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