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Porträt eines stillen ExpertenAsmussen bleibt auch unter Schäuble

30.10.2009, 15:17 Uhr

Kommt ein neuer Bundesminister ins Haus, bringt er in der Regel seine Vertrauten mit und das alte Personal hat ausgedient. Doch es gibt auch Ausnahmen.

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Asmussen ist für Finanzmarktfragen und die internationale Finanzpolitik zuständig. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Kommt ein neuer Bundesminister ins Haus, bringt er in der Regel seine Vertrauten mit und das alte Personal hat ausgedient. Das gilt erst recht, wenn der neue Chef ein anderes Parteibuch als sein Vorgänger hat. Doch es gibt auch Ausnahmen: im Finanzministerium übernimmt CDU-Politiker Wolfgang Schäuble nicht nur den Sessel des Sozialdemokraten Peer Steinbrück, sondern auch dessen Parteikollegen Jörg Asmussen. Der 1966 geborene Flensburger bleibt Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Asmussen gilt als der Mann, der Steinbrück auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise mit Expertise versorgte.

Opel, Quelle, Immobilienbank: als die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise in Deutschland ab September des vergangenen Jahres Banken und Unternehmen an den Abgrund brachte, saß Asmussen stets mit am Verhandlungstisch, um Rettungskonzepte auszutüfteln. Auch als in jenen Wochen auf internationalem Parkett um eine neue Finanzarchitektur gerungen wurde, war der Schleswig-Holsteiner als Begleiter Steinbrücks oder sogar als dessen Vertreter beteiligt. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise bekam er so in der Öffentlichkeit den Ruf als wichtigster Berater und unverzichtbarer Hintermann in dem Ministerium an der Berliner Wilhelmstraße.

Alte Besen kehren gut

Der studierte Diplom-Volkswirt ist seit 1996 im Bundesfinanzministerium und hat sich dort Schritt für Schritt bis in den innersten Zirkel der Macht vorgearbeitet. Asmussen arbeitete erst im Referat für internationale Wirtschafts- und Währungsentwicklung, bis er zwei Jahre später zum persönlichen Referenten des Staatssekretärs wurde. Im Juli 1999 übernahm er die Leitung im Büro des damaligen Finanzministers Hans Eichel (SPD). Knapp vier Jahre später wurde Asmussen Chef der Abteilung Finanzmarktpolitik, bevor er dann kurz vor Beginn der Finanzkrise im Juli 2008 zum Staatssekretär ernannt wurde.

Von politischen Gegnern wird der stille Experte mit einer Mischung aus Respekt und Misstrauen beurteilt. Der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke sagte einmal in der ARD, Asmussen sei "der typische Staatssekretär, der mit viel Macht im Hintergrund arbeitet, der sein Netzwerk nutzt, der einen Minister in Bereichen, in denen er nicht so gut ist, unterstützt. Und der auch manche Scharte, die der Minister geschlagen hat, wieder ausputzt."

Quelle: Jan Dörner, AFP