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Der "Gelbe Fleck"Neues aus Teheran

19.05.2006, 21:30 Uhr

Präsident Ahmadinedschad kann es offenbar nicht lassen. Jetzt versucht er mit einer "Kleiderordnung" den Rest der Welt und vor allem wieder Israel gegen sich aufzubringen.

Präsident Mahmoud Ahmadinedschad kann es offenbar nicht lassen. Jetzt versucht er, mit einer so genannten Kleiderordnung den Rest der Welt und vor allem wieder Israel gegen sich aufzubringen. So behaupten jetzt Exil-Iraner in Kanada in einem Beitrag für die Zeitung "National Post", dass gemäß dieser neuen Verordnung des iranischen Präsidenten künftig nicht nur Moslems einer neuen gesetzlichen "Kleiderordnung" unterliegen, sondern auch die im Iran lebenden Minderheiten. Juden sollten gelbe Stoffstreifen auf ihre Kleidung nähen, Christen rote und die Anhänger des Zoroastrismus (Zarathustrismus) blaue.

Das vor zwei Jahren entworfene Gesetz wurde kürzlich von Präsident Ahmadinedschad aufgegriffen und muss nach seiner Verabschiedung im Parlament von Ali Khamenei, dem höchsten iranischen Führer und der höchsten Autorität im Iran, bestätigt werden.

Nach einem Bericht der israelischen Zeitung "Haaretz" hat das Simon-Wiesenthal-Center einen Brief an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, geschrieben und die Internationale Gemeinschaft gedrängt, den Iran unter Druck zu setzen, auf diese Maßnahme zu verzichten.

Die kanadische Zeitung zitiert den Leiter des Wiesenthal Centers in Los Angeles, Rabbiner Marvin Heir: "Das erinnert mich an die Nazi-Zeit, als Juden zur Ausgrenzung einen gelben Judenstern auf der Brust tragen mussten." Weiter sagte er, dass Iran "immer näher an die Nazi-Ideologie heranrücke".

Ein Sprecher der iranischen Botschaft in Ottawa, ein gewisser Mr. Gharman, soll auf Anfrage der "National Post" erklärt haben: "Das hat nichts mit irgendetwas hier (in Kanada) zu tun." Er sei nicht da, "solche Fragen zu beantworten".

Auf den Internet Seiten der iranischen Nachrichtenagentur IRNA war zu dem Thema nichts zu finden. Der Arabienexperte des israelischen Fernsehens, Oded Granot, sagte am Freitagabend zu der Meldung: "Die Exil-Iraner machen ihre eigene Politik und gelten nicht unbedingt als zuverlässige Informanten. Wir sollten auf Bestätigungen aus Iran warten."

Im israelischen Rundfunk war die Meldung aus Kanada der Aufmacher. Avi Dichter, ein ehemaliger israelischer Geheimdienstchef und heute Polizeiminister, reagierte auf die Meldung: "Wer heute noch Juden zwingt, einen gelben Fleck an der Brust zu tragen, wird sich schon bald in einem Holzkasten wiederfinden, der mit einem schwarzen Tuch bedeckt ist."

(Ulrich W. Sahm, Jerusalem)