Donnerstag, 18. Juni 2009
Prozess gegen Sauerland-Gruppe: Angeklagte legen Geständnis ab
Die vier Angeklagten: Adem Yilmaz, Atilla Selek, Fritz Gelowicz und Daniel Schneider (von links).
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Die mutmaßlichen Terroristen der sogenannten Sauerland-Gruppe haben in der Haft mit umfangreichen Geständnissen begonnen. Alle vier Angeklagten machten damit derzeit ihre Ankündigung wahr, sagte Verteidiger Axel Nagler. Die Vernehmung durch Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) in mehreren Gefängnissen habe am Dienstag angefangen und dauere an. "Die Angaben sind sehr umfangreich", sagte Nagler.
Um einen Abschluss der Vernehmungen zu ermöglichen, setzte das Düsseldorfer Oberlandesgericht den Prozess um einen weiteren Tag aus. Nach der neuen Planung soll der Prozess nun am kommenden Mittwoch fortgesetzt werden. Dann sollen die Angeklagten dem Gericht Rede und Antwort stehen.
Aussagen bleiben noch geheim
Zum Inhalt der Aussagen wollte sich Nagler nicht äußern: "Damit würde ich meinem Mandanten einen Bärendienst erweisen." Alle Angeklagten hatten sich in der vergangenen Woche überraschend dazu entschlossen, Geständnisse abzulegen. Der Vorsitzende Richter Ottmar Breidling stellte daraufhin einen Strafrabatt in Aussicht: "Dadurch, dass dies so frühzeitig geschehen ist, ist ein spürbarer Strafnachlass möglich."
Breidling betonte aber auch, dass das Gericht an umfassenden Geständnissen interessiert sei, weniger an abgesprochenen Verteidiger-Erklärungen. Deswegen werden alle Angeklagten getrennt, aber zeitgleich von BKA-Beamten vernommen.
Die Angeklagten sollen eine Terrorzelle der Islamischen Dschihad Union (IJU) gebildet und in Deutschland schwere Anschläge mit Autobomben geplant haben. Drei der Islamisten waren am 4. September 2007 im sauerländischen Oberschledorn von der Spezialeinheit GSG 9 festgenommen worden. Einer wurde später in der Türkei verhaftet. Der Prozess - eines der größten Verfahren seit RAF-Zeiten - war bislang auf zwei Jahre angelegt.
AFP
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