Freitag, 29. Mai 2009
Fünf Polizisten niedergestochen: Ausschreitungen in Georgien
In der Kaukasusrepublik Georgien sind bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Opposition und der Polizei etwa 20 Menschen verletzt worden. Die Demonstranten forderten in der Hauptstadt Tiflis erneut den Rücktritt des als autoritär kritisierten Präsidenten Michail Saakaschwili.
Nach Behördenangaben stachen Unbekannte bei den Ausschreitungen fünf Polizisten mit Messern nieder. Die Opposition wies die Vorwürfe zurück und machte die Sicherheitskräfte für die Gewalt verantwortlich. Mindestens sieben Demonstranten seien von der Polizei geschlagen worden und mit Kopf- und Beinverletzungen in Krankenhäuser eingeliefert worden, sagte ein Oppositionssprecher. Anfang Mai waren bei Straßenkämpfen in Tiflis bereits Dutzende Menschen verletzt worden.
Regierungsgegner und Polizei machen sich gegenseitig für die Gewaltausbrüche verantwortlich.
(Foto: AP)
Bilder des regierungskritischen Fernsehsenders Maestro zeigten Bilder, auf denen sich Dutzende Demonstranten und Polizisten am Rande der Demonstration gegenüberstanden. Demnach waren beide Seiten mit Stöcken bewaffnet.
Georgiens Patriarch Ilia II. rief Staatsführung und Opposition zur Aussöhnung auf. Die innenpolitische Dauerkrise müsse durch "vorgezogene Wahlen, Verhandlungen oder auf andere Weise" beendet werden, teilte das Oberhaupt der georgisch-orthodoxen Kirche in einer Erklärung mit. Zu Wochenbeginn hatten etwa 60.000 Regierungsgegner im Nationalstadion gegen den Präsidenten demonstriert.
Die Opposition beschuldigt Saakaschwili, durch Angriffe auf Zivilisten in Südossetien den Südkaukasus-Krieg mit Russland im August des Vorjahres provoziert zu haben. Zudem soll er die Ideale der Rosenrevolution vom Jahr 2003 verraten haben. Damals hatte Saakaschwili mit der Unterstützung Hunderttausender Menschen einen Machtwechsel in Georgien erzwungen. Der Präsident und auch ein Großteil der georgischen Opposition treten für einen klaren Westkurs der früheren Sowjetrepublik ein.
Die Opposition wirft Präsident Saakaschwili vor, die Rosenrevolution von 2003 verraten zu haben.
(Foto: AP)
dpa/AFP
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