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Deutsche Bank fährt Milliarden ein"Die Glaubwürdigkeit ist gering"

04.02.2010, 21:22 Uhr

Der Milliardengewinn der Deutschen Bank ruft Anerkennung und Skepsis hervor. Und das Versprechen, zukünftig den Menschen dienen zu wollen, lässt fragen: Einsicht oder Taktik?

Der Milliardengewinn der Deutschen Bank ruft bei der Presse Anerkennung und Skepsis hervor. Und das Versprechen, zukünftig den Menschen dienen zu wollen, lässt die Kommentatoren fragen: Einsicht oder Taktik?

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(Foto: dpa)

"Die Glaubwürdigkeit von Bilanzen, die in einem Jahr Milliardenverluste ausweisen und im nächsten -gewinne, ist gering", schreibt die Sächsische Zeitung und bemängelt das Fehlen von "international verbindlichen Standards", die notwendig seien, "um Transparenz zu schaffen auf einem Markt, der längst keine Grenzen mehr kennt."

"Glücklich ist die Bank, die einen Josef Ackermann ihren Chef nennen darf!" kommentiert hingegen der Münchner Merkur. "Dennoch weht nach der großen Krise der Wind auch ihm eiskalt ins Gesicht. Spektakulär deshalb sein Friedensangebot an die skeptische Öffentlichkeit und die noch skeptischere Kanzlerin, die ihn, vielleicht zu Recht, für einen zutiefst Uneinsichtigen hält. Die Deutsche Bank, verspricht Ackermann, wolle künftig den Menschen dienen. Einsicht oder Taktik?" Egal, findet das Blatt: "Die von Sarkozy, Brown und Merkel, vor allem aber von Obama aufgebaute Drohkulisse, die bis zur Zerschlagung der Großbanken reicht, beginnt Wirkung zu zeigen."

"Ehrliches Bemühen um mehr Akzeptanz in der Bevölkerung" möchte die Kölnische Rundschau dem sich auf der Pressekonferenz "leutselig" präsentierenden Joseph Ackermann nicht absprechen. "Aber er weiß auch, dass die Regierungen dabei sind, Regeln auszuarbeiten, die die Finanzinstitute weltweit in die Schranken weisen sollen. Ein Jammer, dass das noch nicht ausreichend geschehen ist." Für das Blatt handelt es sich daher um "kluge Taktik", wenn Ackermann sich einsichtig zeigt. "Die Bank stockt ihr Kapital auf, schüttet also nicht mehr den größeren Teil des Gewinns an ihre Aktionäre aus." Ackermann ändert einfach "das Vergütungssystem und kommt damit den Anforderungen der Regierung ... entgegen. All dies soll aber wohl signalisieren: Liebe Regierungen, wir haben verstanden, mutet uns nicht zuviel zu."

"Zugegeben: Boni werden jetzt über Jahre gestreckt und Ackermann möchte einen 'konstruktiven Beitrag' für neue Regularien in der Branche leisten - Geld vom Staat hat man eh noch nie genommen und will man nicht nehmen", schreibt die Pforzheimer Zeitung, hat aber ein ungutes Gefühl: Denn es wurden mit Investmentbanking "enorme Summen" auf einem Geschäftsfeld verdient, "für das der Steuerzahler schon mit Milliarden Euro gerade stehen musste. Hoher Gewinn bei reduziertem Risiko: Denn geht's mal richtig schief - der Staat wird's schon richten."

Quelle: Zusammengestellt von Katja Sembritzki