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(Foto: picture alliance / dpa)

Frank-Jürgen Weise wird BAMF-Chef: "Richtungswechsel in der Flüchtlingspolitik"

Nach dem Rücktritt von Manfred Schmidt, steht sein Nachfolger als Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge fest: Frank-Jürgen Weise. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit wird jetzt in einer schwierigen Doppelrolle zu sehen sein. An ihm wird es liegen, das in Kritik geratenen BAMF neu aufzustellen und den Wald der Asylanträge zu lichten. Gleichzeitig wird er sich um die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt kümmern müssen. Die Presse sieht in Weise den richtigen Mann für diese Herkulesaufgabe und begrüßt seine Wahl.

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"Respekt!", lobt die Berliner Morgenpost. Mit der Wahl Weises sei in der Flüchtlingskrise zumindest ein wichtiges Personalproblem richtig gelöst worden. Die erstaunlich schnelle Wahl auf Weise sei überzeugend. "Dass der bewährte Manager nun beide Behörden leitet, ist ein überfälliger Richtungswechsel in der Flüchtlingspolitik. Und ein Eingeständnis bisheriger Versäumnisse. Denn so vordringlich die Unterbringung der Asylbewerber aktuell noch ist - die eigentliche Herausforderung wird die Integration in den Arbeitsmarkt." In diesem Punkt hätten sich Politik und Wirtschaft bisher zu lange Illusionen hingegeben, urteilt das Blatt.

"Unisono weisen Parteien, Verbände und Gewerkschaften darauf hin, wie wichtig es sei, dass die Flüchtlinge rasch Deutsch lernen, um einen Job zu finden und in unserem Land heimisch werden zu können", erklärt die Badische Zeitung. Davon sei Deutschland laut des Freiburger Blattes aber noch weit entfernt. Deshalb sei es richtig, dass die Bundesregierung Frank-Jürgen Weise damit beauftragt, zwei entscheidende Behörden für die Bewältigung der Flüchtlingskrise zu leiten. Genauer: "die Institutionen, die für die Abwicklung der Asylanträge und die Förderung über Sprachkurse, Ausbildungshilfen und die Stellensuche zuständig sind".

Auch die Kölnische Rundschau begrüßt die Berufung Weises. Diese Entscheidung sende mehrere Botschaften, die da lauten: "1. Die Bundesregierung hat die Bedeutung dieses Nadelöhrs für die Bewältigung des Flüchtlingsandrangs erkannt. 2. Sie holt den besten Mann, den sie finden kann. 3. Es gibt in Deutschland einen Mangel an fähigen Krisenmanagern." Wie sonst sei es zu erklären, dass Weise alleine gleich zwei große Behörden leiten soll. Die Zeitung hofft, dass der neue BAMF-Chef bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise ähnlich effizient vorgeht, wie man es von ihm gewohnt ist. Klappt das, sieht die Kölnische Rundschau Weise - natürlich ironisch - schon zu Höherem berufen: "Wenn das geschafft ist, kann er sich noch dem Berliner Flughafenproblem widmen."

Die Nürnberger Nachrichten fordern ganz klar: "Wir brauchen dringend schnellere Verfahren, um Asyl bieten oder versagen zu können. Und auch Regeln, um zu definieren, wer neben Asylberechtigten einwandern darf." Nicht alle, die nun nach Deutschland kommen, werden eine Stelle finden können. Aber aktuell habe der Staat die Chance zur Steuerung aus der Hand gegeben. Vor Frank-Jürgen Weise stehe daher eine riesige Baustelle. Doch er bringe für die Situation "die notwendige Härte, aber auch Menschlichkeit" mit. "Und beides brauchen alle für diese Herausforderung", erkennt die Zeitung an.

Zusammengestellt von Katja Belousova

Quelle: n-tv.de

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