Schnelles InternetTrotz lahmer Leitung schnell ins Netz

Die Nachbarn düsen mit Highspeed durchs Netz, während sich die Menschen ein paar Häuser weiter mit Schnecken-DSL zufrieden geben müssen. Wie kann das sein und wie können die Betroffenen ihren Anschluss beschleunigen?
Der Breitbandausbau ist in Deutschland nur zäh angelaufen, doch langsam trägt er Früchte: In den meisten Regionen Deutschlands gehen mindestens drei Viertel aller Haushalte mit Highspeed ins Netz. Vielerorts sind Geschwindigkeiten von bis zu 400 MBit/s möglich, in manchen Gemeinden wurde sogar schon die Schallgeschwindigkeit geknackt.
Doch während wenige Glückliche mit bis zu 1000 MBit/s durchs Netz düsen, müssen sich andere mit einer Höchstgeschwindigkeit von 16 MBit/s oder weniger begnügen. Das galt vor zehn Jahren mal als schnell, doch im Zeitalter von Youtube, Netflix und Spotify kommt man mit solchen Kapazitäten schnell an die Grenzen.
Warum manche Anschlüsse schneller sind
Dass der eine sich einen Tarif mit Gigabit-Geschwindigkeit aussuchen kann und der andere mit deutlich weniger durch die Gegend schleichen muss, hängt mit den Ausbaubemühungen der Internetanbieter zusammen. Die investieren verständlicherweise erstmal dort, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist. Großstädte und Gemeinden mit vielen Einwohnern auf kleiner Fläche haben dabei einen Vorteil.
Die Höchstgeschwindigkeiten sind auch durch die Art des Anschlusses limitiert. Während Kabelanbieter Kapazitäten freischaufeln und vielerorts Geschwindigkeiten bis 200 oder 400 MBit/s ermöglichen, setzen die DSL-Anbieter auf die Vectoring-Technik. Diese beschleunigt die Geschwindigkeit in den Telefonleitungen auf bis zu 100 MBit/s.
Für Orte ohne eigenwirtschaftlichen Ausbau durch einen Internetanbieter gibt es Förderprogramme, die den Breitbandausbau durch staatliche Zuschüsse finanzieren – dieser Prozess kann sich allerdings hinziehen, da der Ausbau erst ausgeschrieben und dann an einen Anbieter vergeben werden muss.
Dass zwei Nachbarn unterschiedliche Geschwindigkeiten angeboten werden, liegt in vielen Fällen am Zugangsweg: Ist das eine Haus beispielsweise ans Netz eines Kabelanbieters angeschlossen, sind dort unter Umständen bis zu 400 MBit/s möglich. Steht im Nachbarhaus ausschließlich eine Telefonleitung für den Internetzugang zur Verfügung, sind hier nur 100 oder weniger MBit/s verfügbar.
Wie schnell Verbraucher Zuhause maximal surfen können, lässt sich über das Top-Speed-Tool von CHECK24 schnell herausfinden: Einfach die Adresse eingeben und schon wird nach den schnellsten verfügbaren Anschlüssen gesucht und das Ergebnis gleich angezeigt.
Schneller trotz lahmer Leitung
Wer mit der verfügbaren Geschwindigkeit von DSL und Kabel nicht zufrieden ist, hat mehrere Möglichkeiten, die Surfgeschwindigkeit zu erhöhen: Ist zum Beispiel LTE in der Gegend verfügbar, kann das Funknetz als Ersatz genutzt werden. Wo das LTE-Netz der Telekom funktioniert, bietet der Netzbetreiber sogar einen Hybridtarif an: die Bandbreiten aus DSL und LTE werden kombiniert und die Surfgeschwindigkeit entsprechend erhöht. Reine LTE-Tarife sind im Gegensatz zu den meisten DSL- und Kabeltarifen an ein Highspeed-Volumen gebunden – wenn das verbraucht ist, wird gedrosselt. Hier gilt es also besonders auf das angebotene Volumen zu achten.
Eine weitere Alternative, die wirklich überall funktioniert, ist Internet über Satellit – der Anbieter Filiago hat etwa einen Anschluss mit bis zu 30 MBit/s im Programm und verdoppelt damit beinahe die Standard-DSL-Geschwindigkeit. Nachteil von Sat: Nutzer müssen eine Satellitenschüssel installieren und benötigen dafür freie Sicht auf den Internetsatelliten – und gegebenenfalls die Genehmigung des Vermieters.
Den Alternativen gemein ist, dass sie in der Regel teurer sind als die kabelgebundenen Zugänge. Ein Vergleich schafft bei der Auswahl den optimalen Überblick.