Panorama

Weniger Urlaub in DeutschlandAusländer machen sich rar

10.02.2010, 17:43 Uhr

Deutschland verzeichnet im Jahr 2009 erstmals seit sechs Jahren einen Rückgang ausländischer Touristen. Im Gegenzug machten die Deutschen 2009 etwas häufiger Urlaub im eigenen Land als im Vorjahr.

Die deutschen Hotels haben im Krisenjahr 2009 erstmals seit sechs Jahren weniger Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland registriert. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, wurden in Hotels und auf Campingplätzen 54,9 Millionen Übernachtungen von Ausländern gezählt. Das waren drei Prozent weniger als im Vorjahr.

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Urlauber suchen verstärkt nach billigeren Alternativen zu Hotels. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Gesamtzahl aller Übernachtungen blieb dagegen mit 369 Millionen praktisch konstant, da die Nachfrage aus dem Inland leicht anzog. Experten zufolge hatten mehr Deutsche wegen der unsicheren wirtschaftlichen Lage vergangenes Jahr ihren Urlaub in der Heimat verbracht, statt ins Ausland zu reisen. Laut Bundesamt konnten Ferienunterkünfte und Campingplätze in Deutschland ein leichtes Plus von zwei Prozent verbuchen.

Massiver Rückgang bei Geschäftsreisen

Der Hotelverband Dehoga berichtete, der Deutschlandtourismus sei stabil geblieben, an der Küste und im Mittelgebirge seien die Buchungen sogar relativ gut gewesen. Die Geschäftsreisen gingen dagegen massiv zurück. "Am stärksten waren die Hotels betroffen, die von Geschäftsreisen abhängig sind", sagte Sprecherin Stefanie Heckel. Die Umsätze seien insgesamt noch stärker gesunken als die Übernachtungszahlen. Die Senkung der Mehrwertsteuer zum Jahreswechsel helfe den Hotels nun, im Wettbewerb zu bestehen.

Im Dezember stieg die Zahl der Gästeübernachtungen bereits wieder an - und zwar um zwei Prozent auf 21,9 Millionen. Die Übernachtungen ausländischer Gäste legten um fünf Prozent zu, die Übernachtungen von Gästen aus dem Inland um zwei Prozent.

Quelle: dpa