König Udayadityavarmans II. ließ Baphuon im 11. Jahrhundert als Staatstempel für den Hindu-Gott Shiva errichten.
(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 03. Juli 2011
Archäologen puzzeln jahrzehntelang: Baphuon-Tempel wieder geöffnet
Der Baphuon-Tempel in Kambodscha ist mit einer feierlichen Zeremonie wieder eröffnet worden. Über Jahrzehnte hatten Archäologen Fleißarbeit geleistet und den Hindu-Stätte neu aufgebaut. Es war ein "Puzzle ohne Vorlage" - die hatten die Roten Khmer vernichtet.Nach jahrzehntelanger Puzzlearbeit ist der Baphuon-Tempel im Nordwesten Kambodschas wieder für Besucher zugänglich. Die Vollendung der aufwändigen Restaurierungsarbeiten an dem Hindutempel nahe der Stadt Siem Reap wurde mit einer Zeremonie im Beisein von Kambodschas König Norodom Sihamoni und Frankreichs Premierminister François Fillon gefeiert. König Sihamoni drückte seine "tiefe Dankbarkeit" dafür aus, dass Frankreich das zehn Millionen Euro teure Projekt finanziert hat. Fillon sprach von einem "außergewöhnlichen" Projekt.
Frankreichs Premierminister Fillon (r) und Kambodschas König Sihamoni nehmen an der Eröffnungszeremonie teil.
(Foto: Reuters)
Der Tempel von Baphuon war in den 60er Jahren von französischen Archäologen zerlegt worden, da er einzustürzen drohte. Rund 300.000 Steinblöcke wurden im Dschungel rund um die Anlage verteilt. Doch bevor das Archäologenteam den 34 Meter hohen pyramidenförmigen Tempel wieder aufbauen konnte, kamen 1975 die Roten Khmer an die Macht. Das Pol-Pot-Regime wollte die traditionelle Gesellschaft auslöschen und beim "Jahr Null" neu anfangen. Zeugnisse der Vergangenheit wurden vernichtet, so auch die Aufzeichnungen über Baphuon.
Kein Stein glich dem anderen
Erst 1995 nach dem Sturz der Roten Khmer konnten die Arbeiten an dem Tempel fortgesetzt werden, der einst das größte Bauwerk im Khmer-Reich war. Baphuon war im 11. Jahrhundert von König Udayadityavarmans II. als Staatstempel für den Hindu-Gott Shiva errichtet worden. Auch später wurde der Tempel nur von der noch prächtigeren Anlage des wenige Kilometer entfernten Tempels von Angkor Wat übertroffen.
Für die Archäologen wurde der Wiederaufbau zu einer jahrelangen Fleißarbeit. Jeder Stein musste an seinen Platz zurückgebracht werden, denn kein Stein glich dem anderen. Der leitende Architekt Pascal Royere bezeichnete vor zwei Jahren den Wiederaufbau als ein "Puzzle ohne Vorlage". Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits 2003 fertig sein, doch wegen der Komplexität der Aufgabe zogen sie sich weiter hin. Die Behörden erhoffen sich, dass Baphuon ähnlich viele Touristen anziehen wird wie Angkor Wat.
AFP
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