Donnerstag, 22. Juli 2010
Blaualgen am Urlaubs-Ostseestrand?: Bei Gemeinden nachfragen
Ein riesiger Blaualgen-Film treibt derzeit auf der Ostsee. Ein Spezialschiff ist vom Stralsunder Hafen ausgelaufen, um Wasserproben aus dem Gebiet des Algenteppichs zu nehmen. Wer wissen will, ob der Strand an seinem Urlaubsort davon betroffen ist, sollte sich bei der Gemeindeverwaltung nach der Wasserqualität dort erkundigen.Ostsee-Urlauber sollten sich in den kommenden Tagen besser bei der Gemeindeverwaltung ihres Ferienortes nach der Qualität des Meerwassers erkundigen. Im Moment treibt ein riesiger Blaualgen-Film auf der Ostsee. "Die Gemeinden müssten Informationen der Gesundheitsämter über die Badewasserqualität haben", sagte Alexander Bachor vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow.
In heißen Sommern normal
Ob und wann die Blaualgen an den Stränden angespült werden, sei derzeit schwer zu sagen. "Das hängt vor allem vom Wind ab", erklärte Bachor. Blaualgen gehörten zum natürlichen Ökosystem der Ostsee und stiegen nur bei ruhigem Wetter und starker Sonnenstrahlung massenhaft an die Meeresoberfläche. In heißen Sommern sei das ganz normal, sagte Bachor. Ein Sturm genüge aber, um die Algen im Meer unterzurühren und den Teppich verschwinden zu lassen. So sei es auch 2005 gewesen.
Falls die Blaualgen tatsächlich die Strände erreichen sollten, springen Badegäste besser nicht mehr ins Meer. Denn manche der Algen seien leicht giftig und könnten bei Allergikern Hautausschläge auslösen. Wer Meerwasser mit Blaualgen schluckt, könne außerdem Durchfall bekommen. Doch Besucher können die Algen mühelos erkennen und meiden, sagte Bachor: "Das sind richtige gelbgrüne Teppiche, da sehen Sie kein Wasser mehr."
Spezialschiff nimmt Algen-Proben
Ein Spezialschiff ist heute vom Stralsunder Hafen ausgelaufen, um in der Ostsee Wasserproben aus dem Gebiet des riesigen Algenteppichs zu nehmen. Die Besatzung werde sich an aktuellen Satellitenbildern orientieren und nordwestlich von Rügen auf die Suche nach dem Algenfilm machen, berichtete Katrin Stein vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Güstrow. "Das Beobachtungsschiff ist früh rausgefahren. Es schaut nun gezielt nach den Algen." Erste Ergebnisse werden am Freitag erwartet. Der Film müsse nicht ausschließlich aus toxischen Blaualgen bestehen.
abe/dpa
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