Mittwoch, 18. November 2009
Mehr Gäste als Spanien und Italien: Deutsche Hotels überholen
Deutsche Hoteliers können sich freuen: Sie verlieren weniger Gäste als andere Urlaubsländer. (Hotel "Dollenberg" im Schwarzwald)
(Foto: picture-alliance/ dpa)
In deutschen Hotels haben erstmals mehr Gäste übernachtet als in den klassischen Urlaubsländern Spanien und Italien. In den ersten acht Monaten 2009 waren dies rund 346,6 Millionen Übernachtungen. Spaniens Hotelbesitzer verzeichneten rund 2 Millionen, Italien sogar rund 33 Millionen Übernachtungen weniger. Das geht aus dem Tourismusbarometer hervor, das der Deutsche Sparkassenverband heute in Berlin vorstellte.
Mit einen Minus von 0,8 Prozent verliert Deutschland in diesem Zeitraum auch wesentlich weniger bei den Übernachtungszahlen als etwa Spanien mit 7,7 Prozent und Bulgarien mit 11,9 Prozent. Grund hierfür sei die in Deutschland konstant hohe Zahl von Gästen aus dem eigenen Land, die den europaweit drastischen Rückgang hierzulande kompensierte. Bei den Inlandsübernachtungen ist Deutschland Spitzenreiter im europäischen Vergleich. "Aber nur jede 16. Übernachtung wird durch einen ausländischen Gast getätigt", sagte der Verbandspräsident Heinrich Haasis. Das sei europaweit der letzte Platz.
Situation trotzdem schlechter
Trotz der europäischen Spitzenposition hat sich die wirtschaftliche Situation im deutschen Gastgewerbe verschlechtert: Vor allem wegen geringer Urlaubsbudgets der Reisenden und steigenden Kosten ging den Angaben zufolge der Umsatz um 6,4 Prozent zurück. Am meisten verloren die Hoteliers in Nordrhein-Westfalen (-10,8 Prozent) und Sachsen (-10,2 Prozent). Der Krise trotzte lediglich Mecklenburg-Vorpommern mit einem leichten Umsatzplus von 0,2 Prozent.
Der Gewinner unter den Reisezielen innerhalb Deutschlands sind die Metropolregionen Berlin und Hamburg. Mit 12,3 Millionen Übernachtungen und einen Zuwachs von 5,3 Prozent verzeichnete die Hauptstadt von Januar bis August den größten Zuwachs unter allen europäischen Großstädten, gefolgt von Hamburg mit 5,0 Prozent. Osteuropäische Städte verloren am stärksten: Prag zählte 11,4 Prozent und Budapest 12,6 Prozent Übernachtungen weniger.
dpa
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