Panorama

Reisen ins AuslandDeutsche geben wieder mehr aus

19.01.2010, 13:56 Uhr

Deutsche Touristen werden in diesem Jahr wieder mehr für ihren Urlaub im Ausland ausgeben - hofft zumindest die Tourismusbranche.

Die deutsche Tourismusbranche kann sich einer Studie zufolge nach dem Krisenjahr 2010 wieder Hoffnungen auf eine leichte Erholung machen. Deutsche Touristen würden mit knapp 60,6 Milliarden Euro wieder etwa 1,25 Prozent mehr für ihren Urlaub im Ausland ausgeben, sagte der Tourismusexperte der Commerzbank, Simon Junker, bei der Vorstellung der Studie auf der Reisemesse CMT in Stuttgart. "Es gibt eine Erholung, aber Rekorde sind 2010 und 2011 nicht zu erwarten." Zuletzt hatten die Deutschen wegen der Wirtschaftskrise am Urlaub gespart. Die Reiseausgaben im Ausland waren nach Angaben des Instituts im vergangenen Jahr um 2,25 Prozent auf knapp 60 Milliarden Euro zurückgegangen.

In der Liste der ausländischen Reiseziele war den Ausgaben zufolge Spanien 2009 weiter Spitzenreiter, gefolgt von Österreich, Italien und Frankreich. Klare Gewinner seien auf der Mittelstrecke die Türkei, Ungarn und die Balkanländer. An diesen Trends dürfte sich auch 2010 nicht viel ändern. Hoch in der Gunst blieben aufgrund günstiger Wechselkurse zudem Kurz- und Städtereisen zum Beispiel nach London und New York. Generell verreisten die Deutschen aber weiterhin am liebsten im eigenen Land. "Deutschland bleibt Reise-Weltmeister, auch wenn auf den Geldbeutel geschaut wird", sagte Junker.

Auch bei den Reiseeinnahmen aus dem Ausland bekam die deutsche Tourismusindustrie der Commerzbank zufolge im vergangenen Jahr die Krise zu spüren und verbuchte ein Minus von 9,5 Prozent auf 24,6 Milliarden Euro - der schwerste Einbruch in der seit 1971 erhobenen Statistik. Ursache seien Streichungen bei den für Deutschland besonders wichtigen Geschäftsreisen. Viele Firmen hatten ihre Reisebudgets wegen der Wirtschaftskrise gekürzt und waren beispielsweise auf Videokonferenzen ausgewichen. In diesem Jahr sollen sich die Reiseeinnahmen aus dem Ausland nach Einschätzung der Experten mit einem Plus von zwei bis drei Prozent auf 25 Milliarden Euro leicht erholen.

Quelle: rts