Freitag, 12. März 2010
"Kommen Sie, wir warten auf Sie": Griechen werben um Touristen
Griechenland habe zwar Probleme, aber die gebe es anderswo auch, sagt Vize-Tourismusministerin Gerekou und wirbt unverdrossen um Touristen. Das Land habe immer noch 6000 Inseln, 15.000 Kilometer Küste und "das herrliche Festland mit all seinen Dörfern und verschiedenen Kulturen".
Mit Ouzo begrüßt Angela Gerekou Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (r) und Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit am ITB-Stand Griechenlands.
(Foto: dpa)
Trotz schwerer Haushaltskrise, wütender Proteste und Streiks wirbt Griechenland auf der ITB in Berlin unverdrossen um Touristen. "Kommen Sie, wir warten auf Sie", strahlt Vize-Tourismusministerin Angela Gerekou, eine ehemalige Schauspielerin. Griechenland habe zwar Probleme, aber die gebe es anderswo auch, sagt Gerekou. Ihr Land werde die Krise überwinden: "Wir haben immer noch unsere 6000 Inseln. Unsere 15.000 Kilometer Küste. Das herrliche Festland mit all seinen Dörfern und verschiedenen Kulturen."
Der Geschäftsführer des Verbandes griechischer Tourismusunternehmen, Giorgos Drakopoulos, ist allerdings eher pessimistisch. Er fürchtet einen ähnlichen Rückgang der Besucherzahlen wie im vergangenen Jahr, als sieben Prozent weniger Touristen nach Griechenland reisten. Der Umsatz der Branche sank um fast zehn Prozent. Argyro Phili, Präsidentin des griechischen Reisebüro-Verbandes, schließt sich an: Die Touristen hätten ihre Griechenland-Reisen erst einmal zurückgestellt und warteten ab, wie sich die Lage im Land entwickelt. "Wir fürchten, dass die Angst vor unplanbaren Ereignissen wie Streiks sie vom Kommen abhält."
Touristen ficht Streit nicht an
Der in den Medien ausgetragene Streit zwischen Deutschland und Griechenland hat nach Einschätzung von Reiseverbands-Chef Klaus Laepple dagegen keine Auswirkungen auf die Urlaubsplanungen. Solche Dinge würden den einzelnen Touristen persönlich gar nicht interessieren. Auch seine griechische Kollegin Phili gibt sich unbesorgt: "Es gibt eine Menge Deutsche, die jedes Jahr nach Griechenland fahren und die damit ihre Freunde anregen, das auch zu tun." Sie setzt ihre Hoffnungen auf die Last-Minute-Buchungen, die auch schon bisher die Hälfte aller Buchungen ausmachen, wie sie sagt.
Vize-Tourismusministerin Gerekou fällt noch ein gutes Argument für den Urlaub in Griechenland ein: "Das herzliche Willkommen", das ihre Landsleute den Reisenden aus der Fremde stets bieten würden. "Besonders jetzt" sei es daher einfach "toll", nach Griechenland zu reisen. Und trotzdem ist die griechische Krise auch auf der ITB spürbar: Der Stand des Landes nimmt zwar fast eine ganze Halle auf der Messe ein, die Prospekte allerdings stammen aus dem vergangenen Jahr - um Materialkosten zu sparen.
AFP
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