Dienstag, 17. August 2010
Luxus für Vierbeiner: Hundehotels entlasten "Frauchen"
Urlaub und exklusive Pflege: Bei der Betreuung in Hundehotels werden die Tiere umsorgt und ihre Besitzer entlastet. Auf Wunsch gibt es ein individuelles Hundetraining dazu.
Hündin Jara in einer Lodge in Freising im Luxushundehotel Canis Resort.
(Foto: dpa)
Für Felix ist es der Höhepunkt der Woche. Mit einem großen Satz springt der Golden Retriever aus dem roten VW und wetzt zur Eingangstür. Jetzt zählt nur noch das dunkelbraune Holzhaus mit der großen Glasfront. "Machen Sie lieber einen Schritt zur Seite. Er rennt immer erst mal quer durch den Raum", rät Friederike Brych dem Besucher. Die 32-Jährige ist Sprecherin des Canis Resort, eines Hotels im oberbayerischen Freising, das ausschließlich Hunde beherbergt. Und Felix ist einer der ersten Gäste an diesem Tag.
Urlaubs-Problem gelöst
Viele Urlauber und Berufstätige kennen das Problem: Die langersehnten Sommerferien oder kurzfristige Geschäftsreisen stehen an. Wer aber kümmert sich währenddessen um das Haustier? Vierbeiner, die nicht mit Herrchen und Frauchen vereisen, können in eines der Hundehotels einziehen. Neben der Tages- oder Wochenbetreuung sind dort häufig auch Pflege und individuelles Training möglich.
Die Dog-Sitterin Sabine Alff empfängt ihre Hündin Lina im Luxushundehotel Canis Resort.
(Foto: dpa)
Felix hat sich inzwischen beruhigt. Geduldig wartet er, bis er in seine Unterkunft gebracht wird, die hier "Dog Lodge" heißt. Insgesamt neun dieser kleinen Häuser erstrecken sich über das 2600 Quadratmeter große Resort, dessen Holzbauten an skandinavische Blockhütten erinnern. Zwischen zwei und vier Tiere werden je nach Größe und Verträglichkeit in einer "Lodge" untergebracht.
Mit einem ähnlichen Konzept arbeitet das Hundehotel Satke im oberbayerischen Kaltenberg (Landkreis Landsberg am Lech). Dort leben Betreiber und durchschnittlich 60 Tiere im selben Haus - aber in abgetrennten Bereichen. Der 43-jährige Besitzer Markus Satke hat das Hotel 1997 gegründet und seitdem auf 3500 Quadratmeter erweitert. "Luxus heißt bei uns, dass die Hunde gut beschäftigt sind", sagt er.
Problem Nischendasein
Eine offizielle Zahl deutscher Tierhotels gibt es nicht. Zu gering ist die Anzahl der Einrichtungen, die sich vollständig auf Hunde spezialisiert haben, vermutet Torsten Schäfer, Sprecher beim Deutschen Reiseverband.
Gerade in diesem Nischendasein sieht Satke ein Problem: "Viele Menschen glauben, sie können so schnelles Geld verdienen. Wenn man es aber richtig macht, ist man Tag und Nacht beschäftigt." Er plädiert deshalb für eine Regelung ähnlich den Sternen für normale Hotels. Dies müsse aber vom Staat oder den Amtstierärzten initiiert werden.
Auch die Tierschutzorganisationen wissen noch wenig über den neuen Luxus-Trend für Vierbeiner. Der Deutsche Tierschutzbund hat auf seiner Internetseite "Tipps zur Beurteilung von Tierpensionen" herausgegeben. Den Tierschutzhaltern wird darin geraten, sich bei den örtlichen Tierärzten oder Tierschutzvereinen über das Hotel zu informieren. "Dort werden erfahrungsgemäß auch eventuelle Beschwerden ankommen", heißt es.
Tobias Brunner, dpa
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