Freitag, 13. März 2009
Flugsand statt Pulverschnee: Skifahren in weltältester Wüste
Die afrikanische Namib-Wüste als Ski-Paradies - zwei Abenteurer machen es möglich. Statt weißem Pulverschnee gibt es zwar nur roten Flugsand, doch die Steilhänge sind mindestens genauso gut wie in den Alpen. Das finden zumindest der Deutsche Henrik May und sein österreichischer Geschäftspartner Herbert Kössner. Von diesem Wochenende an wollen sie erstmals einen Teil der knapp 100.000 Quadratkilometer großen Namib-Wüste mit Skiern durchqueren. "Das ist weniger anstrengend als zu Fuß, da man nicht einsinkt", sagt Kössner. "Und die Abfahrten machen natürlich am meisten Spaß". Wenn alles gut geht, soll die sechstägige Tour von August an auch für Touristen angeboten werden.
Die Idee, mit Skiern die Sandhänge der mit etwa 80 Millionen Jahren ältesten Wüste der Welt herunterzukurven, ist an sich nicht neu. Schon seit 2004 betreibt der Schwarzwälder May einen Skiverleih in Namibia - den einzigen in einer Wüste überhaupt, wie er behauptet. Skeptische Blicke erntet er kaum noch, wenn er unter sengender Sonne mit bis zu 65 Stundenkilometern die Dünen hinunterrast. Eine Skiwandertour über mehrere Tage durch das an der Atlantikküste der früheren deutschen Kolonie gelegene Sandmeer ist jedoch auch für ihn neu.
17 km pro Tag unter sengender Sonne
Kurz vor der Premiere am Sonntag tüftelt er noch an geeigneten Bindungen, die im Wüstensand nicht versagen. Damit alles gut gleitet, hat May einen Spezialwachs entwickelt - ein Geheimrezept, wie er sagt. Ganz so schnell wie im Schnee kommt man in der Wüste trotzdem nicht voran. Etwa 17 Kilometer wollen die Skiwanderer bei bis zu 40 Grad und brennender Sonne pro Tag zurücklegen. Eine Tagesration Proviant und Wasser kommt in den Rucksack, der Rest wird im Begleitfahrzeug mitgenommen. "Wir rechnen mit einem Wasserverbrauch von vier bis fünf Litern pro Tag", erzählt der aus Tirol stammende Kössner.
Künftige Tourteilnehmer sollten eine gute Kondition haben und natürlich erfahrene Skifahrer sein. Außerdem müssen sie in der Wüste auf jeglichen Luxus verzichten. Duschen ist erst wieder möglich, wenn die 90 Kilometer geschafft sind. Auch auf Après-Ski-Parties wartet man hier vergeblich. Auf Massentourismus sei sein "Ski-Resort" eben nicht ausgerichtet, sagt May: "Allein zum Skifahren kommt niemand nach Namibia." Im Anschluss an die Namib-Durchquerung werden den Tourteilnehmer dafür dann aber auch noch Wüstenelefanten, Nashörner und Strauße geboten.
Anne Spies, dpa
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