Dienstag, 06. April 2010
Kein Stress im Linksverkehr: Westcornwall autofrei entdecken
Land's End ist der westlichste Punkt Englands. Die Orte sind klein, schmale Straßen führen durch hügeliges, dünn besiedeltes Land, das sich gut mit Bus und Bahn erkunden lässt.
Der westlichste Punkt Englands: Land's End zieht viele Touristen an.
(Foto: picture alliance / dpa-tmn)
Hinter Land's End kommt für viele Kilometer nur noch das raue Meer. Selbst bei bestem Wetter drückt der Atlantik seine Wellen ungezähmt bis an die Steilküste, die die äußerste Westspitze Cornwalls umgibt.
Die Orte sind klein, die schmalen Straßen führen durch hügeliges, spärlich besiedeltes Land. Trotzdem lässt sich die Gegend in Südengland gut mit Bus und Bahn erkunden. Ein guter Ausgangspunkt für Tagestouren ohne Stress im Linksverkehr ist Penzance. Viele Attraktionen des mystischen Cornwalls sind von hier aus in weniger als einer Stunde per Bus erreichbar.
Westlichster Punkt Englands
Das gilt auch für Land's End, den westlichsten Punkt Englands. Vom kommerziellen Erlebniszentrum führt ein Küstenpfad nach rechts. Dort ist ein Blick über das Meer schöner als der andere. Heide und Gräser, Moose und Bodendecker bilden dichte weiche Teppiche über die Klippen, während sich tief unten die Wellen brechen. Nach rund 30 Minuten Fußmarsch lockt ein Sonnenbad am feinen Sandstrand von Sennen Cove. Von dort fährt ein Bus zurück nach Penzance.
Entdeckung der Langsamkeit: Auf der Insel St. Mary's herrscht eine gelassene Atmosphäre.
(Foto: picture alliance / dpa-tmn)
Für Seeleute hat sich diese Idylle immer wieder als trügerisch erwiesen, denn der Ozean kann auch anders. Im Pub "Alexandra Inn" nahe der Uferpromenade von Penzance zeugen zahlreiche Fotografien von den Schiffsunglücken vergangener Jahrzehnte. Und zwischen Penzance und Mousehole erinnert eine Gedenkstätte am Penlee Lifeboathouse an ein Unglück von 1981, als das Schiff "Union Star" in schwerer See an den Klippen zerschellte.
Gelassene Atmosphäre auf St. Mary's
Wer von Penzance aus einen Schiffsausflug auf die Scilly-Inseln wagt, rechnet besser mit schaukeliger See. Auf der Insel St. Mary's wartet die Belohnung: eine außergewöhnlich gelassene Atmosphäre. Dagegen wirkt das cornwallsche Festland geradezu geschäftig.
Hübsches Hafenstädtchen:In St. Ives tummeln sich im Sommer die Touristen.
(Foto: picture alliance / dpa-tmn)
Nur etwa eine halbe Busstunde von Penzance entfernt liegt der Ort St. Ives. Dort scheint es zwar an Sommertagen mehr Touristen als Einheimische zu geben. Trotzdem lohnt der Ausflug: Friedlich heben und senken sich kleine Boote im Hafen, Möwen kreischen, Menschen tummeln sich an den drei Stränden in unmittelbarer Nähe des Ortskerns. Obwohl das Wasser alles andere als warm ist, baden viele. Im Ort laden Galerien und Geschäfte zum Bummeln ein.
Selbst einer der zahlreichen Gärten, für die Cornwall berühmt ist, lässt sich von Penzance aus problemlos zu Fuß erreichen. "Trengwainton Garden" liegt im Norden der Stadt nahe Heamoor. Nach einem rund 45-minütigen Spaziergang dorthin werden Blumenliebhaber durch eine Fülle exotischer Pflanzen von vier Kontinenten belohnt.
Kultur in der Natur bietet das Minack Theatre bei Porthcurno - ein an die Klippen gebautes Freilufttheater. Der Bus von Penzance braucht rund 30 Minuten dorthin. Von Penzance zu Fuß erreichbar ist dagegen die ehemalige Klosterfestung St. Michael's Mount. Bei Ebbe können Besucher hinlaufen, bei Flut fahren kleine Boote. Auch hier verwaltet der National Trust einen hübschen kleinen Garten mit subtropischen Pflanzen, dessen Besonderheit die steile Hanglage hoch zum Festungsgemäuer ist.
dpa
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