Donnerstag, 03. April 2008
Auf der türkischen Seite: Zypern zu Fuß erkunden
Nach der Öffnung eines wichtigen Grenzübergangs können Zypern-Urlauber jetzt
leichter die geteilte Stadt Nikosia besichtigen. "Das ist bislang der zentralste
Übergang auf der Insel", bestätigte Andreas Sakkas, der Direktor von Zyperns
Fremdenverkehrszentrale in Frankfurt. "Für Urlauber heißt das, dass sie jetzt
schneller über die Grenze vom Süden in den Norden und umgekehrt kommen."
Der Grenzübergang in der "Ledra-Straße" der geteilten Hauptstadt Nikosia
war 44 Jahre lang geschlossen. Er galt als Symbol für die Trennung der Insel in
einen griechischen Süd- und einen türkischen Nordteil. Für längere Reisen eignet
sich der Übergang laut Sakkas aber nicht - er ist nur für Fußgänger geöffnet. "Man
kann aber immerhin jetzt einfacher einen Spaziergang in den Nordteil der Stadt unternehmen
und dort einkaufen gehen." Zudem gebe es bereits vier Übergange für Autofahrer.
Einige Reiseveranstalter bieten Touristen bereits Bustouren in den türkischen Inselteil
an, bei dem sie etwa Girne an der Nordküste oder die Königsgräber von Salamis besichtigen
können.
Keine Fahrerlaubnis für Mietwagen
Eine Tour mit dem Mietwagen in den Norden gestaltet sich dagegen schwieriger: Wie
das in Frankfurt ansässige Nordzypern-Tourismuszentrum im März auf der Reisemesse
ITB in Berlin beklagte, erhalten im Süden gemietete Wagen derzeit oft keine Fahrerlaubnis
für den Norden. Das Auswärtige Amt in Berlin rät daher, sich vorab bei der jeweiligen
Mietwagenfirma zu erkundigen, ob der Wagen auch für den Norden zugelassen ist. Grundsätzlich
müsse am Grenzübergang dann eine Kfz-Haftpflichtversicherung für die Dauer des Aufenthaltes
im Norden abgeschlossen werden. Mit Mietwagen, die im Norden gemietet wurden, sei
die Überfahrt in den Südteil generell nicht möglich.
Dem Ministerium zufolge dürfen Urlauber
gemäß einer EU-Verordnung Waren für den persönlichen Gebrauch bis zu einem Wert
von 135 Euro vom Norden in den Süden mitnehmen. Dazu gehören laut den Angaben bis
zu 40 Zigaretten und ein Liter Spirituosen. Urlauber müssten außerdem weiterhin
die Einreisebestimmungen der beiden Inselteile beachten, sagte Michalis Koumides
von der Botschaft der Republik Zypern in Berlin. "Daran ändert sich nichts."
Für EU- Bürger genügt bei der Einreise in den Süden ein Ausweis oder Reisepass,
wenn die Aufenthaltsdauer nicht länger als drei Monate beträgt. Sie müssen sich
zusätzlich ein Visum an einem Grenzübergang besorgen, wenn sie in den türkischen
Norden der Insel reisen wollen. "Türkische Staatsbürger brauchen außerdem auch
weiter ein Visum, wenn sie über den Süden in den Norden einreisen wollen."
Direktflüge aus Deutschland etwa nach Ercan im Nordteil der Insel dürften Urlauber
außerdem weiterhin vergeblich suchen. Bislang ist die Einreise ohne einen Umweg
über den Südteil der Insel nur mit Zwischenstopp in der Türkei möglich. "Ob
und wann sich das einmal ändert, ist noch nicht abzusehen", sagte Sakkas.
Das seit 1974 geteilte Zypern gehört seit 2004 zur Europäischen Union. Das EU-Regelwerk
gilt allerdings nur im griechischen Süden. Im Norden liegt die nur von der Türkei
anerkannte "Türkische Republik Nordzypern".
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