Juden "entsetzt und empört"Bayern-Spiel vor leeren Rängen?
Am Mittwoch beginnt das jüdische Neujahrfest. Der hohe Feiertag verträgt sich eigentlich nicht mit Sportveranstaltungen.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland ist "entsetzt und empört", dass die Uefa darauf beharrt, das Champions-League-Spiel Maccabi Tel Aviv - Bayern München am Mittwoch auszutragen.
"Ich habe kein Verständnis dafür. Das ist eine Missachtung religiöser Gefühle", sagte Rats-Chef Paul Spiegel der "Welt". Am Mittwoch beginnt mit Rosch Haschana das jüdische Neujahrsfest. Es handelt sich um einen der höchsten Feiertage, an dem Gläubige keine Sportveranstaltungen besuchen dürfen. "Welchen Aufschrei gäbe es in Deutschland, wenn die Uefa beschließen würde, ein solches Spiel auf Heiligabend zu legen?", fragt Spiegel. Er rechnet mit einer gespenstischen Begegnung vor leeren Rängen.
Weniger verkrampft sieht der Oberste israelische Gerichtshof den Zwist. Anträge religiöser Gruppen auf ein Verbot des Fußballspiels wurden abgelehnt. Es sei Maccabi Tel Aviv nicht zuzumuten, die Begegnungen nicht zu bestreiten, entschieden die drei Richter. Eine Absage würde dem gesamten israelischen Sport schaden.