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Sport
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Buschi über den Basketball-Showdown: Alba spielt für alle gegen Bayern

Von Frank Buschmann

Es ist das Wunschfinale in der Basketball-Bundesliga: Altmeister Alba Berlin fordert die unbeliebten Emporkömmlinge von Bayern München. Die Serie steckt voller kleiner Geschichten. Die Wahrheit liegt aber wie immer auf dem Parkett.

Heiko Schaffartzik ist einer von vier Bayern, die in der Vorsaison noch bei Alba spielten.
Heiko Schaffartzik ist einer von vier Bayern, die in der Vorsaison noch bei Alba spielten.(Foto: imago sportfotodienst)

Bayern München gegen Alba Berlin. Das Traumfinale im deutschen Basketball läuft. Alba, früher auch nicht unbedingt von allen Fans geliebt, erhält die Unterstützung aus fast ganz Basketballdeutschland. Die Angst vor den übermächtigen Bayern geht um.

Dabei haben die sich im Halbfinale gegen Oldenburg extrem schwer getan. Es ist nicht die Übermannschaft der Bundesliga. Das erste Endspiel, das die Münchner knapp mit sieben Punkten gewannen, hat das auch gezeigt. Aber die Bayern mit ihrem selbstbewussten Auftreten machen vielen in der Liga Angst.

Die finanziellen Voraussetzungen sind sehr gut und mit Vater und Sohn Pesic hat man sich Know How in den Club geholt. Und ganz viel Überzeugung und Besessenheit. Das kommt natürlich nicht überall gut an.

Der Name Bayern zieht

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich seit Jahren eine spezielle Beziehung zu Svetislav und Marko Pesic habe. Ich teile ihre Leidenschaft für die Sportart, genau deshalb haben wir uns auch schon häufiger gestritten. Aber muss das was Schlimmes sein?

Beide haben übrigens früher als Trainer und Spieler mit Alba tolle Erfolge gefeiert. Sie haben viele Verbindungen nach Berlin und sie haben vor der Saison vier Spieler von der Spree an die Isar gelotst. Auch das kommt nicht unbedingt gut an. Das werden die Bayern auch verstehen. Aber dann alles auf die Finanzen zu reduzieren, das ist mir zu einfach. Ich weiß ganz sicher von Spielern, die unbedingt unter Svetislav Pesic spielen wollen, auch wenn der sie eventuell während einer Auszeit mal dermaßen zusammenbrüllt, dass sie danach eigentlich einen Psychologen bräuchten ...

Der Name Bayern München tut ein Übriges, das ist einfach ein Mythos. Das wirkt bei Spielern. Auch ist immer wieder zu hören, dass die Akteure die unglaubliche Professionalität im Club schätzen. Diese Dinge lassen sich nicht wegdiskutieren. Im ersten Bundesligajahr nach dem Aufstieg kam man ins Viertelfinale, im zweiten ins Halbfinale, im dritten steht man im Finale. Ich halte das für eine gesunde schrittweise Entwicklung.

Ein Besessener an der Linie

Alba wird dafür sorgen wollen, dass der Titel frühestens im vierten Jahr folgt. In Berlin hat man das Team extrem umgekrempelt und eine Mannschaft von echten Kriegern zusammengestellt. Der Häuptling ist der Trainer, heißt Sasa Obradovic und hat früher große Erfolge als Spieler gefeiert - unter Svetislav Pesic ...

Obradovic weiß, wie dieser Sport und wie sein Gegner funktioniert. Er ist genau so besessen und ehrgeizig. Die Berliner haben ein Kollektiv, das in der Lage ist, die Bayern in dieser Finalserie zu schlagen, da habe ich keine Zweifel. Das macht diese best-of-five-Serie ja so spannend. David Logan, Reggie Redding, Cliff Hammonds & Co. spielen eine unglaublich aggressive Verteidigung und können damit jeden Gegner zermürben. Manchmal aber auch sich selbst, denn wenn du so aggressiv spielst, ermöglicht das dem Gegner oft auch einfache Punkte.

Entscheidend is' auf'm Platz

Ich freue mich auf die nächsten Partien und vermute, dass der deutsche Meister erst nach dem fünften Spiel feststeht. Das ganze Geklapper abseits des Parketts tut der Sportart nur gut. Im Grunde ist das ganze ein großes Klassentreffen. Marco Baldi, Mithat Demirel und Sasa Obradovic auf Berliner Seite treffen die alten Freunde Svetislav und Marko Pesic auf Bayern-Seite. Es wird auch darauf ankommen, wer sich besser auf das Wesentliche konzentrieren kann. Das findet auf dem Spielfeld statt und wird von den Spielern geregelt.

Lassen wir einfach mal die Diskussion um den Bayern-Etat (in Berlin, Bamberg, Oldenburg oder Ulm wird auch nicht mit Bonbons bezahlt) und Eitelkeiten beiseite, so ist es für viele das Traumfinale dieser Saison.

Wer sich überhaupt nicht für Basketball interessiert, sollte vor dem Eröffnungsspiel der Fußball WM am Donnerstag mal reinschauen beim zweiten Finale um die deutsche Meisterschaft.

An alle Fußballfans: Klingt komisch, ist aber so!

Euer Buschi

Quelle: n-tv.de

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