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Software Computer Internet: SAP verspricht sich Schub durch superschnelle Datenbank Hana

Frankfurt/Main (dpa) - Europas größter Softwarehersteller SAP geht mit einem neuen Hoffnungsträger an den Start: Die Walldorfer verbinden ihr Stammprodukt Unternehmenssoftware mit der superschnellen Datenbank Hana.

«Das ist für uns wie der Start der legendären Sofware R3, welche den Ruf des Unternehmens begründet hatte», sagte Co-Chef Jim Hagemann Snabe am Donnerstag in Frankfurt.

Die Business-Suite-Software von SAP gibt Managern Einsicht in die Entwicklungen von Abteilungen und Geschäftsbereichen, die sich bisher schwer überblicken ließen. Verbunden mit der schnellen Datenbank Hana gewinnt dieses Instrument enorme Geschwindigkeit. Hana ist eine Eigenentwicklung der Walldorfer. Mit dem Programm wird die Auswertung großer Datenmengen erheblich beschleunigt.

Dank der superschnellen Datenbank, die SAP nun in Verbindung mit Business Suite anbietet, werde diese Unternehmenssoftware einen Schub bekommen, sagte Snabe der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Derzeit haben die Walldorfer hierfür 40 000 Kunden. Das Interesse daran sei in sämtlichen Regionen groß, sagte Snabe. Damit geht SAP direkt auf das Terrain des Erzrivalen Oracle, der bisher den Markt für Datenbanken dominiert. Erste Unternehmen hat SAP bereits als Kunden, sagte Snabe, weitere 30 bis 50 stehen schon an.

IT-Budgets werden in diesen Jahr nicht wachsen, ist sich Snabe sicher. Nun zahle sich aus, dass SAP anders als andere Softwareanbieter wie Oracle die Palette nicht auf Hardware ausgeweitet habe. Denn die Ausgaben werden selektiver getätigt. Hier sei SAP gut positioniert. Oracle ist seit Jahren der SAP-Erzrivale, derzeit liefern sich die beiden Unternehmen einen Wettlauf mit Zukäufen im Cloud-Geschäft.

Als größte Herausforderung sieht Snabe, mit einem neuen Produkt auf die Größeneffekte zu kommen, die SAP mit etablierter Software gewohnt ist. Allerdings hätten die Walldorfer damit Erfahrung, da es ihnen mit R3 ebenso gegangen sei.

Große Übernahmen schloss Snabe zwar nicht aus, doch sieht er nach den Großzukäufen der vergangenen Jahre derzeit keine großen Lücken mehr bei SAP. Außerdem liege die Übernahme des Anbieters einer Online-IT-Einkaufsplattform für Unternehmen, Ariba, erst wenige Monate zurück.

Quelle: n-tv.de