VerbraucherSenkung der Einlagensicherung: Wo das Geld sicher ist
Stuttgart (dpa/tmn) - Die Privatbanken wollen die Guthaben-Garantien im Falle von Pleiten senken. Die Änderungen sollen ab 2015 schrittweise wirksam werden, kündigte der Bundesverband deutscher Banken an. Wo das Geld noch sicher ist, zeigt ein Überblick:
Stuttgart (dpa/tmn) - Die Privatbanken wollen die Guthaben-Garantien im Falle von Pleiten senken. Die Änderungen sollen ab 2015 schrittweise wirksam werden, kündigte der Bundesverband deutscher Banken an. Wo das Geld noch sicher ist, zeigt ein Überblick:
Gesetzlich gesichert ist pro Kunde und pro Bank eine Summe von 100 000 Euro, die entweder auf einem Giro-, Tagesgeld-, Festgeldkonto, auf Sparbuch und Sparbrief, oder in Termingeldern und Banksparplänen angelegt sind, erläutert Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.
Nicht geschützt sind zunächst Aktien und Aktienfonds, da diese nur von den Banken verwaltet und im Falle einer Pleite herausgegeben werden. Eine Ausnahme bilden aber Wertpapiergeschäfte in der Abwicklung.
Wird die Bank beauftragt, Aktien zu kaufen oder zu verkaufen, hat das Geld dafür vom Kunden bekommen und geht währenddessen Pleite, ist die Bank gegenüber dem Kunden verpflichtet, erläutert Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dann seien über die Einlagensicherung 90 Prozent der Verbindlichkeiten im Wert von maximal 20 000 Euro gesichert.
Verluste kann es nach Ansicht der Experten bei Sparbriefen mit einer Nachrangabrede von Privatbanken geben. Bei Sparkassen und Volksbanken können Anleger hoffen, dass die gegenseitige Haftung das Verlustrisiko mindert, meint Nauhauser.
Für Bundeswertpapiere wie Bundesschatzbrief, Bundesanleihen und Finanzierungsschätze scheint die Antwort derzeit klar: «Die sind extrem sicher», sagt Nauhauser. «Solange der Bund ausreichend Steuern eintreiben kann, um Schulden zu bezahlen, besteht kein Risiko. Deutschland gilt derzeit daher weltweit als extrem sicher. Allerdings reichen die Zinsen derzeit nicht ganz, um die allgemeinen Preissteigerungen auszugleichen.»
Hintergrund ist der Plan der deutschen Privatbanken, die Garantiesumme für die Einlagensicherung ihrer Kunden schrittweise zu senken. Die Untergrenze der Sicherung pro Kunde soll von heute 1,5 Millionen Euro auf 437 500 Euro im Jahr 2025 sinken, kündigte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Donnerstag (22. September) an. Ab Anfang 2015 soll der Mindestschutz auf nur noch einer Million Euro sinken, 2020 bei 750 000 Euro und 2025 schließlich bei 437 500.
«Für den Privatkunden wird sich dadurch praktisch nichts ändern», sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Hans-Joachim Massenberg. Das neue System soll eine Delegiertenversammlung der Banken am 17. Oktober mit einer Satzungsänderung beschließen. Dazu ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Von den Änderungen unberührt ist die gesetzliche Einlagensicherung von 100 000 Euro pro Kunde und Kreditinstitut.