Dienstag, 30. März 2010
Flugzeug stürzt in Stausee: ADIA-Chef tot geborgen
Ahmed bin Sajed Al Nahajan
(Foto: REUTERS)
Der Chef des weltgrößten Staatsfonds ADIA des Emirats Abu Dhabi ist tot. Ein Vertreter der marokkanischen Regierung bestätigte einen Bericht des Fernsehsenders Al Arabija, wonach die Leiche von Scheich Ahmed bin Sajed Al Nahajan, einem Bruder des Herrschers des Emirats Abu Dhabi, geborgen wurde.
Das Segelflugzeug des Scheichs war am Freitag rund zehn Kilometer südlich der marokkanischen Hauptstadt Rabat in einen Stausee gestürzt. Der Pilot der Maschine wurde gerettet. Die Unglücksursache war zunächst unklar.
Die königliche Familie von Abu Dhabi besitzt oberhalb des Stausees einen Palast, in dem sich Scheich Ahmed häufiger aufhielt. Er ist Anfang 40 und einer der Söhne des Gründers der Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen auch das ölreiche Abu Dhabi gehört. Scheich Ahmed galt als medienscheu. Auf der Forbes-Liste der mächtigsten Menschen der Welt belegte er im vergangenen Jahr Platz 27.
ADIA verfügt Schätzungen zufolge über Vermögenswerte im Volumen von bis zu 700 Mrd. Dollar. Der Fonds ist unter anderem Anleiheinvestor der US-Großbank Citigroup und hält einen Anteil am Londoner Flughafen Gatwick. Anfang 2010 hatte Scheich Ahmed in einem Zeitungsinterview Deutschland als hoch produktiven und innovativen Markt bezeichnet, der in der Chemiebranche, im Maschinenbau und der Autoindustrie über Weltklasse-Unternehmen verfüge.
Über ADIA sowie die teilweise börsennotierten Investmentgesellschaften IPIC, Aabar und Mubadala ist Abu Dhabi bereits an einigen deutschen Firmen beteiligt. Staatsfonds und Unternehmen der Staaten am Persischen Golf strecken schon seit geraumer Zeit ihre Fühler nach lukrativen Investments im Westen aus, um sich unabhängiger von ihren Ölexporteinnahmen zu machen.
rts
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