Mittwoch, 25. November 2009
Gehälter ohne Grenzen: AIG-Chef setzt sich durch
Der massiv vom US-Staat gestützte Versicherungskonzern AIG will seinem Chef Robert Benmosche ein jährliches Einkommen von bis zu 10,5 Mio. Dollar bieten.
Robert Benmosche hat die angeordneten Gehaltsgrenzen für Manager bei staatlich gestützten Unternehmen scharf kritisiert.
(Foto: REUTERS)
Der Verwaltungsrat habe ein jährliches Grundgehalt von 3,0 Mio. US-Dollar in bar sowie 4,0 Mio. US-Dollar in Aktien genehmigt, teilte AIG in New York mit.
Bereits im August hatte der Sonderbeauftragte des Finanzministeriums, Kenneth Feinberg, für Benmosche eine von der Geschäftsentwicklung abhängige Bonuszahlung von bis zu 3,5 Mio. US-Dollar bewilligt.
Den Angaben zufolge erhält der AIG-Chef maximal 245.000 Aktien seines Unternehmens und muss sie mindestens fünf Jahre halten. Wie das Wall Street Journal berichtet, musste sich Benmosche zuvor klar zu AIG bekennen und eine Wettbewerbsklausel unterzeichnen, die ihm den Wechsel zu anderern Versicherern verbietet.
In der Vergangenheit wurde über einen Rücktritt von Benmosche spekuliert wegen der von der US-Regierung angeordneten Gehaltsgrenzen für Manager bei staatlich gestützten Unternehmen. In einem Brief hatte der AIG-Manager die US-Regierung heftig kritisiert und laut "Wall Street Journal" mit seinem Rücktritt gedroht. Der frühere Chef des US-Versicherers Metlife kam im August 2009 zu AIG und löste dort Interimschef Edward Liddy ab, der den Versicherer seit dem Beinahe-Zusammenbruch im September 2008 für ein symbolisches Jahresgehalt von einem US-Dollar geleitet hatte.
Wie der Verwaltungsratsvorsitzende von AIG, Harvey Golub, im Gespräch mit dem "Wall Street Journal" ankündigte, soll das derzeit noch elfköpfige Aufsichtsgremium des Versicherungskonzerns aufgestockt werden. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung sei man mit dem Finanzministerium übereingekommen, zwei bis drei zusätzliche Verwaltungsratsmitglieder zu berufen.
Der einst weltgrößte Versicherer AIG musste in der Finanzkrise mit Milliardenhilfen der Regierung vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Insgesamt hatte der Staat 182,5 Mrd. US-Dollar in den Finanzkonzern gepumpt und dafür einen Anteil von 79,9 Prozent an AIG erhalten.
dpa
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