Dienstag, 31. August 2010
Taiwan untersagt Spartenverkauf: AIG ausgebremst
Auch Gesundschrumpfen ist ein schwieriges Geschäft: Diese Erfahrung macht derzeit der US-Versicherer AIG. Taiwan verbietet den Amerikanern den Verkauf ihrer Tochter Nan Shan Unternehmen aus China und Hongkong.Der einst weltgrößte Versicherer AIG hat bei seiner Schrumpfkur einen weiteren Rückschlag erlitten. Nachdem bereits der milliardenschwere Verkauf der Asiensparte scheiterte, untersagten die taiwanischen Aufsichtsbehörden die Übernahme der AIG-Tochter Nan Shan durch den chinesischen Batterien-Hersteller China Strategic und den Investmentfonds Primus aus Hongkong.
Die 2,2 Milliarden US-Dollar schwere Transaktion verstoße gegen die gesetzlichen Vorgaben für Investitionen aus China, erklärte die Investment-Kommission. Die Behörde hat das letzte Wort in der Angelegenheit. AIG hatte das Geschäft bereits im vergangenen Oktober vereinbart.
Taiwan hat wiederholt Bedenken signalisiert, dass die Käufer von Geldern aus der Volksrepublik China abhängig seien und keine Erfahrung im Versicherungsgeschäft hätten. Es bestünden zudem Zweifel, dass sie genug Kapital für künftige Investitionen in die AIG-Tochter hätten.
Filetierung mit Hindernissen
Das kommunistische China betrachtet Taiwan als abtrünnige Region und hat in den vergangenen Jahren seine Bemühungen um wirtschaftliche Verbindungen verstärkt. AIG zeigte sich von der Entscheidung der Behörde enttäuscht, da der Konzern seit Beginn des Verkaufsprozesses mit der Kommission kooperiert habe.
AIG kollabierte in der Finanzkrise wegen Fehlspekulationen mit riskanten Wertpapieren und wurde von der US-Regierung mit Steuergeldern gerettet. Nun wird der Konzern filetiert und hat bereits einige Sparten erfolgreich abgestoßen. Er scheiterte aber mit der Verkauf des Asiengeschäfts - der Kronjuwelen - an den britischen Lebensversicherer Prudential.
AIG schuldet der US-Regierung immer noch mehr als 100 Milliarden Dollar. Der Staat kontrolliert fast 80 Prozent der AIG-Anteile.
rts
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