Wirtschaft

"Wie bei Schwerverbrechern"Ackermann greift Justiz an

21.11.2011, 11:47 Uhr

Nach der Durchsuchung seines Büros äußert sich Deutsche-Bank-Chef Ackermann verletzt über das Vorgehen der Justizbehörde. Auch den Vorwurf der Falschaussage will der Topbanker nicht auf sich sitzen lassen.

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Fühlt sich unangemessen behandelt: Deutsch-Banker Ackermann. (Foto: REUTERS)

Deutsche-Bank-Chef Josef

Ackermann hat die Staatsanwaltschaft wegen der Durchsuchung seiner Büroräume massiv

kritisiert. Die Ermittler seien "wie bei Schwerverbrechern" vorgegangen,

sagte Ackermann laut der "Süddeutschen Zeitung" bei einer Veranstaltung

der Zeitung. "Das ist unglaublich, ehrverletzend", fügte der Deutsche-Bank-Chef

demnach hinzu.

Zum Vorwurf der Falschaussage

gegen ihn, Aufsichtsrat-Chef Clemens Börsig und weitere ehemalige Vorstandsmitglieder

der Deutschen Bank sagte Ackermann, die sechs damaligen Vorstandsmitglieder hätten

sich in der Sache gegenüber den Ermittlern übereinstimmend erinnert. "Zu unterstellen,

dass wir alle lügen, ist schon ein hartes Stück."

Prozessbetrug

Mitte November war bekanntgeworden,

dass die Staatsanwaltschaft München im Rechtsstreit um die Milliardenpleite des

Medienkonzerns von Leo Kirch nun auch gegen Ackermann, Börsig, den ehemaligen Vorstandschef

der Deutschen Bank, Rolf Breuer, und das ehemalige Vorstandsmitglied Tessen von

Heydebreck ermittelt. In diesem Zusammenhang wurden die Büros von Ackermann und

Börsig sowie Breuers Privatwohnung durchsucht. Dabei soll es um den Verdacht des

versuchten Prozessbetrugs gehen. Die Betroffenen sollen im Gerichtsprozess um die

Pleite des Kirch-Konzerns vor dem Münchner Oberlandesgericht Falschaussagen gemacht

haben.

Der aktuelle Zivilprozess

war zuvor unterbrochen worden, nachdem die Bank auch wegen der Umstände der Ermittlungen

gegen die Richter einen Befangenheitsantrag gestellt hatte. Wann es weiter geht,

ist unklar. Alle weiteren geplanten Verhandlungstage wurden zunächst abgesagt.

Das Gericht versucht seit

Wochen, mit Hilfe etlicher prominenter Zeugen die Vorgeschichte der Milliarden-Pleite

des Medienzars Leo Kirch 2002 zu untersuchen. Der inzwischen gestorbene Kirch hatte

die Deutsche Bank und ihren damaligen Chef Breuer für den Zusammenbruch seines Konzerns

verantwortlich gemacht und ihn und das Geldhaus mit zahlreichen Prozessen überzogen.

Quelle: AFP/dpa