"Wiedersehen" in drei JahrenAckermann kassiert Renditeziel
Deutsche-Bank-Chef Ackermann verabschiedet sich vorerst von seinem umstrittenen Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Steuern. Hintergrund sind die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen, die die Bankenrenditen drücken. 25 Prozent seien erst mittelfristig wieder möglich, heißt es.
Die Deutsche Bank wird unter ihrem Vorstandschef Josef Ackermann wohl nicht wieder auf ihr heftig umstrittenes Renditeziel von 25 Prozent kommen. "Wegen der höheren Regulierungskosten werden die Renditen in einer Übergangsphase generell künftig sicher geringer ausfallen", sagte Ackermann dem "Handelsblatt" auf die Frage nach seinem Renditeziel.
"Nach dieser Übergangsphase, die ich auf etwa drei Jahre schätze, können wir wieder gewohnte Renditen erreichen." Ackermanns Vertrag als Vorstandschef von Deutschlands größter Bank läuft bis zum Jahr 2013. Es wird erwartet, dass er das Amt spätestens dann an einen Nachfolger übergibt.
Ackermann hatte vor Jahren seiner Bank das Ziel einer Rendite von 25 Prozent auf das Eigenkapital gesetzt und dafür viel Kritik geerntet - ihm wurde von der Politik "überzogene Renditegier" vorgeworfen. Die Deutsche Bank argumentierte, dass dieses Niveau bei ausländischen Konkurrenten eher Standard als eine Ausnahme sei - zumindest bis zur Finanzkrise.
Neue Rahmenbedingungen
Seitdem wurden die Sicherheitsvorschriften aber verschärft, Banken müssen für ihre Geschäfte in Zukunft deutlich mehr Eigenkapital vorhalten, um bei neuen Marktturbulenzen nicht so schnell ins Schlingern zu kommen. Damit sinkt gleichzeitig die Rendite der Geldhäuser, die sich am Eigenkapital bemisst. "Darauf reagieren wir und bauen Positionen ab, die kapitalintensiv sind, aber keine angemessene Rendite bringen", sagte Ackermann. Wirklich überraschend ist das nicht. In Bankkreisen hieß es seit längerem, dass die Deutsche Bank selbst bei dem für 2011 angepeilten Rekordgewinn von zehn Mrd. Euro nicht auf eine Rendite von 25 Prozent kommen würde.
Die Aussagen von Ackermann ließen die Anleger weitgehend kalt. Die Dax-Titel zogen in einem fast unveränderten Markt um 0,7 Prozent an.
Nachfolger gesucht
Über seine Nachfolge wollte sich Ackermann in dem Interview nicht äußern: "Das Thema Nachfolge steht nicht zur Entscheidung an." Intern ist der Auswahlprozess aber schon angelaufen. Als aussichtsreichste Kandidaten werden derzeit der Top-Investmentbanker Anshu Jain und Risikovorstand Hugo Bänziger gehandelt.