Mit dröhnenden TurbinenAir France-Gewinn hebt ab
Die französische Fluggesellschaft Air France-KLM blickt zufrieden auf das abgelaufene Quartal zurück. Das Ergebnis übertrifft die Analystenschätzungen um mehr als das Dreifache. Die Zahlen aus Paris gelten als Messlatte für die Deutsche Lufthansa.
Trotz der Aschewolke aus Island hat Europas größte
Fluggesellschaft Air France-KLM im vergangenen Quartal bessere Geschäfte gemacht
als erwartet. Als Grund nannte das Unternehmen eine starke Erholung im Passagier-
und Frachtgeschäft. Auch die Flugbuchungen für das laufende zweite Geschäftsquartal
liefen gut. Beim Ausblick blieb Air France-KLM aber zurückhaltend und verwies auf
mehrere Unsicherheitsfaktoren, darunter die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und
die Entwicklung des Ölpreises.
Unter dem Strich verbuchte das Unternehmen in den drei Monaten bis Ende Juni einen
Gewinn von 736 Mio. Euro, wie Air France-KLM am Dienstagabend nach Handelsschluss in Paris mitteilte.
Analysten hatten einen deutlich geringeren Nettogewinn von 233 Mio. Euro erwartet.
Im Vorjahreszeitraum hatte die Airline einen Verlust von 426 Mio. Euro hinnehmen müssen.
Im zweiten Quartal des laufenden Jahres konnte Air France-KLM seinen operativen Verlust von knapp 500 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum deutlich auf 132 Mio. Euro
verringern. Damit lag der französische Lufthansa-Rivale auch hier über den Erwartungen
der Analysten, die im Schnitt mit einem Minus von 277 Mio. Euro gerechnet hatten.
Millionen gehen in Asche auf
Das Unternehmen erklärte, ohne das fünftägige Flugverbot wegen der Aschewolke aus
Island wäre auch ein operativer Gewinn möglich gewesen. Der Umsatz legte im ersten
Geschäftsquartal knapp elf Prozent zu auf 5,72 Mrd. Euro. Hier übertraf
die Fluggesellschaft ebenfalls die Markterwartungen. Der Umsatz in der Passagiersparte legte
mit knapp 15 Prozent besonders stark zu. Auch die Erholung des Frachtgeschäfts käme
schneller voran als gedacht, teilte Air France-KLM weiter mit.
Für das Gesamtjahr will die Airline weiterhin operativ die Gewinnschwelle erreichen
- dabei seien die durch die Aschewolke verursachten Kosten in Höhe von 158 Mio. Euro jedoch nicht berücksichtigt.