Wirtschaft

Aluminium wird teurerAlcoa verringert Verlust

13.04.2010, 06:53 Uhr

Die amerikanische Berichtssaison startet mit den Quartalzahlen von Alcoa. Der Aluminiumkonzern verliert zwar weiter Geld, blickt aber zuversichtlicher in die Zukunft.

Der US-Aluminiumkonzern Alcoa hat dank höherer Metallpreise seinen Verlust im ersten Quartal verringert und damit die Markterwartungen getroffen. Der Nettoverlust schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte auf 201 Mio. US-Dollar, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz stieg auf 4,8 Mrd. Dollar nach 4,1 Mrd. Dollar, was deutlich unter den Markterwartungen von durchschnittlich 5,2 Mrd. Dollar lag. Beim Ergebnis ergab sich aber ohne Sonderposten ein Gewinn von zehn Cent je Aktie, was den Schätzungen von Analysten entsprach.

Hintergrund für den geringeren Verlust waren den Angaben zufolge die wieder anziehenden Preise für Aluminium, das unter anderem im Auto- und Flugzeugbau zum Einsatz kommt. Dagegen schlugen Sonderausgaben für die Schließung zweier Hüttenwerke und im Zusammenhang mit der US-Gesundheitsreform schlugen mit 295 Mio. Dollar zu Buche. Die jüngsten Einsparungen sorgten auf der Kostenseite für Entlastung. Alcoa hatte in der Krise zehntausende Stellen gestrichen, Sparten verkauft und wie die Wettbewerber die Produktion massiv gedrosselt.

Aktie legt leicht zu

Im Tagesgeschäft verdiente Alcoa immer noch nicht genug, um die Lasten aufzufangen. Vor einem Jahr hatte die Wirtschaftskrise den Verlust allerdings noch auf 497 Mio. Dollar hochgetrieben. "Unsere Märkte erholen sich allmählich", sagte Konzernchef Klaus Kleinfeld. Alcoa waren in der Krise nicht nur die Bestellungen weggebrochen, auch die Alupreise waren stark gefallen. Mittlerweile steigen die Preise wieder, die Bestellungen legen zu.

Die Anleger zeigten sich mäßig zufrieden: Die Aktie stieg nachbörslich leicht. Bereits im Vorfeld hatten einige Analysten kalte Füße bekommen und ihre hochtrabenden Prognosen zurückgeschraubt. Die große Enttäuschung blieb so aus. Alcoa hatte schon in den Vorquartalen hohe Verluste angehäuft und war nur kurzzeitig in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt.

Die Börsianer schauen bei Alcoa besonders genau hin. Die Zahlen gelten wegen der breiten Verwendung von Aluminium als eine Art Richtungsanzeiger für die gesamte Wirtschaft. In dieser Woche berichten unter anderem noch die Chiphersteller Intel und AMD, die Großbanken JPMorgan und Bank of America, der Internet-Konzern Google und das Konglomerat General Electric über das Geschäft am Jahresanfang.

Aluminium von Alcoa wird unter anderem im Autobau eingesetzt. Die Hersteller hatten in der Krise massive Verkaufseinbrüche hinnehmen müssen. Mittlerweile kaufen die Kunden aber wieder, vor allem auf dem asiatischen und amerikanischen Kontinent. Auch die von der Krise gebeutelte Flugzeugindustrie setzt auf das leichte Aluminuim.

Quelle: rts/dpa