Freitag, 19. März 2010
Chefgehalt auf Vorkrisenniveau: Allianz vorsichtig optimistisch
Allianz-Chef Michael Diekmann hat nach dem Milliardengewinn von Europas größtem Versicherer fast wieder so viel verdient wie vor der Krise. Die Gesamtvergütung des Vorstandsvorsitzenden belief sich im abgelaufenen Jahr auf 4,8 Mio. Euro, wie aus dem in München veröffentlichten Geschäftsbericht des Dax-Unternehmens hervorgeht. Unterdessen übt sich Europas größter Versicherer bei seinen Zukunftserwartungen weiterhin in vorsichtigem Optimismus. Die Allianz-Aktie startete am Morgen im Einklang mit dem Gesamtmarkt mit leichten Gewinnen in den Handel. Kurz nach Börsenöffnung notierte sie mit 0,38 Prozent im Plus bei 90,02 Euro.
Im Rekordjahr 2007 hatte der Allianz-Chef rund 5,2 Mio. Euro verdient. Im Jahr 2008, als die inzwischen verkaufte Dresdner Bank den Konzern in die roten Zahlen riss, sank seine Vergütung auf 3,8 Mio. Euro. Ein Gehalt wie von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann liegt für Diekmann allerdings in weiter Ferne: Der Bankmanager verdiente 2009 mit fast 9,6 Mio. Euro rund doppelt so viel wie der Allianz-Chef. Wie die Deutsche Bank gab auch der Versicherungskonzern im vergangenen Jahr deutlich mehr für seine Vorstände aus: Die Gesamtvergütung der Allianz-Vorstände wuchs um 17,5 Prozent auf 30,9 Mio. Euro.
Für die kommenden Jahre zeigt sich das Management vorsichtig zuversichtlich. "Wir glauben, dass sich Ergebnisse und Finanzlage der Allianz-Gruppe in den nächsten Jahren weiter verbessern werden", heißt es im Geschäftsbericht. Wegen der ungewissen Wirtschaftslage seien zuverlässige Prognosen über das Jahr 2010 hinaus jedoch unmöglich. Im laufenden Jahr will der Vorstand weiterhin an den operativen Gewinn von 7,2 Mrd. Euro, hält sich allerdings eine Abweichung von einer halben Milliarde Euro nach oben und unten offen. Beim Konzernergebnis sei eine Vorhersage allerdings "nicht möglich". Grund dafür sei die "Höhe der Marktwertanpassungen in unserer Gewinn- und Verlustrechnung".
dpa
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