Wirtschaft

Verbrauchervertrauen aufgehellt: Amerikaner hoffen und bangen

Die von Rezessionsängsten geplagten Amerikaner werden endlich einmal von einer positiveren Konjunkturnachricht "heimgesucht". Das Verbrauchervertrauen ist im August besser als erwartet. Allerdings verhindert ein schwächerer Chicago-Einkaufsmanagerindex eine allzu große Euphorie.

Die Amerikaner halten nach wie vor ihr Geld beisammen. Sie fassen aber wieder etwas mehr Vertrauen.
Die Amerikaner halten nach wie vor ihr Geld beisammen. Sie fassen aber wieder etwas mehr Vertrauen.(Foto: REUTERS)

Die Stimmung unter den US-Verbrauchern hat sich im August überraschend deutlich gefestigt. Laut Forschungsinstitut Conference Board stieg der Index des Verbrauchervertrauens auf 53,5. Volkswirte hatten einen Stand von 51,0 prognostiziert. Für den Vormonat war zunächst ein Wert von 50,4 ausgewiesen worden, der nun auf 51,0 korrigiert wurde.

Der Index für die Erwartungen wurde für August mit 72,5 (Vormonat revidiert: 67,5; vorläufig: 66,6) angegeben. Der Index für die Einschätzung der gegenwärtigen Situation verringerte sich auf 24,9 (Vormonat revidiert: 26,4; vorläufig: 26,1). Die US-Verbraucher spielen eine Schlüsselrolle für die US-Wirtschaft, weil rund 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vom Privatkonsum abhängen.

"Das Verbrauchervertrauen hat im August einen moderaten Anstieg erfahren, was vor allem auf einen verbesserten kurzfristigen Ausblick zurückgeht", erklärte Direktorin Lynn Franco. Die Einschätzung der gegenwärtigen Lage sei weniger günstiger, weil die Beschäftigungslage schwer auf der Stimmung der Konsumenten laste.

Schwächerer Chicago-Index

Dass die USA ökonomisch alles andere als über den Berg sind, verdeutlicht einmal mehr der Einkaufsmanagerindex für Chicago. Die Stimmung in den Unternehmen in der Region um die Millionenstadt  trübte sich im August stärker ein als erwartet. Der Verband der Einkaufsmanager in Chicago meldete einen Rückgang des Index der Geschäftstätigkeit auf saisonbereinigt 56,7 Punkte. Ökonomen hatten im Vorfeld einen Stand von 57,6 prognostiziert. Im Juli hatte der Wert 62,3 betragen. Werte über 50 Punkte deuten auf eine Expansion, Zahlen darunter auf eine Kontraktion im verarbeitenden Gewerbe der Region.

Wie der Verband weiter mitteilte, belief sich der Index für die Produktion auf 57,6 (Vormonat: 65,0), der Index für den Auftragseingang wurde mit 55,0 (64,6) angegeben. Für den Beschäftigungsindex wurde ein Wert von 55,5 (56,6) gemeldet. Der Index für die bezahlten Preise sank den Angaben zufolge auf 57,2 (58,1).

Der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago wird von Beobachtern mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt, da er Rückschlüsse auf den landesweiten Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) zulässt. Allerdings ist die Region Chicago vor allem von der US-Automobilindustrie geprägt, weshalb sich eine Korrelation nicht immer durchgehend beobachten lässt.

Quelle: n-tv.de

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