Wirtschaft
630 Seiten dick ist die Anklage - da wird es bis zum Prozessauftakt etwas dauern.
630 Seiten dick ist die Anklage - da wird es bis zum Prozessauftakt etwas dauern.

Besonders schwerer Betrug: Anklage gegen K1-Gründer

Ganze 630 Seiten lang ist die Anklageschrift. Die Staatsanwaltschaft Würzburg zitiert den Gründer des Hedgefonds K1, Helmut Kiener, vor Gericht. Ihm wird gewerbsmäßiger Betrug in mehr als 30 Fällen vorgeworden. Kiener wird jedoch einige Zeit haben, sich auf den Prozess vorzubereiten, denn in diesem Jahr wird das nichts mehr.

Der Gründer des mutmaßlich betrügerischen Hedgefonds K1 soll sich vor Gericht verantworten. Gegen Helmut Kiener werde Anklage erhoben, teilte die Staatsanwaltschaft Würzburg mit. Dem Manager werde gewerbsmäßiger Betrug in 35 besonders schweren Fällen, Urkundenfälschung in 86 Fällen sowie Steuerhinterziehung vorgeworfen. Die Anklageschrift sei 630 Seiten dick. Bis zum Prozessauftakt am Landgericht dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. "In diesem Jahr wird das mit Sicherheit nichts mehr."

Der Diplom-Psychologe und -Sozialpädagoge Kiener aus Aschaffenburg sitzt seit gut einem Jahr in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Betrug durch den Aufbau eines Schneeballsystems vor. Er habe alte Anleger mit dem Geld neuer Investoren ausbezahlt. Kiener habe durch unwahre Angaben in Prospekten der Fonds K1 Global Limited und K1 Invest Limited insgesamt 4924 Anleger um rund 122 Mio. Euro betrogen. Der betrügerische Gesamtschaden belaufe sich auf etwa 345 Mio. Euro. Zu den Geschädigten zählen auch Großbanken wie Barclays und BNP Paribas. Kiener hatte die gegen ihn erhobenen Betrugsvorwürfe in der Vergangenheit stets zurückgewiesen.

Auch gegen den Mitgeschäftsführer der Firma Treukapital Treuhandverwaltung erhob die Staatsanwaltschaft Anklage, wie sie mitteilte. Ihm wirft sie Beihilfe zum Betrug in zwei besonders schweren Fällen vor. Drei weitere Beschuldigte seien vor wenigen Tagen wegen Fluchtgefahr verhaftet worden.

Im Juli diesen Jahres hatte sich ein Komplize Kieners nach Angaben der Staatsanwaltschaft Würzburg erschossen. Dieter F., der Kieners Anlagegesellschaften K1 Global Limited und K1 Invest Limited geleitet hatte, habe sich bei dem Versuch ihn festzunehmen, das Leben genommen, teilten die Ermittler mit.

Quelle: n-tv.de

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