Viertgrößter KurseinbruchAnlegerpanik bei Sky
Als Inhaber von Sky-Papieren braucht man Geduld und noch mehr starke Nerven. Die Titel des deutschen Bezahlfernsehsenders stehen kurz davor, zum Pennystock zu werden. Ein Kursverlust von 25 Prozent steht zu Buche. Der Grund dafür ist nicht ganz ohne. Erste Analysten warnen.
Wegen der Aussicht auf eine weitere Verwässerung ihrer Anteile haben Anleger massenweise Papiere von Sky Deutschland verkauft. Die Titel stürzten um bis zu 25,7 Prozent auf ein Rekordtief von 1,05 Euro. Dies ist der viergrößte Kurseinbruch der Firmengeschichte.
Der Aktienumsatz lag dabei nach einer Handelsstunde bereits mehr als sechs Mal so hoch wie an einem gesamten Durchschnittstag. Rund 80 Prozent des gesamten Geschäfts im MDax ging auf das Konto des Bezahlfernseh-Senders. Am Vormittag wurden ungefähr so viele Sky-Aktien gehandelt wie von den drei Dax-Firmen Infineon, Deutsche Post und Deutsche Telekom zusammengerechnet.
Siebte Kapitalerhöhung seit 2005
Diese Entwicklung des Aktienkurses hatte sich bereits vorbörslich angedeutet, denn Medienmogul und Großaktionär Rupert Murdoch muss seinem verlustreichen Pay-TV-Sender Sky Deutschland - früher Premiere - erneut eine Kapitalspritze verpassen. 340 Mio. Euro sind im Gespräch. Es wäre seit dem Premiere-Börsengang 2005 bereits die siebte Kapitalerhöhung des Unternehmens. Beim Börsengang hatte der Ausgabepreis noch 28,50 Euro betragen. Das bisherige Rekordtief hatten die Aktien im April vergangenen Jahres bei 1,27 Euro erreicht.
Dauerproblem Finanzen
Die Gelder der Kapitalerhöhung sollen die Finanzlage verbessern und in potenzielle Wachstumsfelder gesteckt werden, die Sky allerdings schon seit Jahren ohne nachhaltige Fortschritte sucht. So sollen zum Beispiel das Angebot hochauflösender Sendungen (HD) und der Vertrieb gestärkt werden.
Ein Börsianer hob hervor, dass zwar mit einer Kapitalerhöhung bis Ende 2011 gerechnet worden sei, das Volumen erscheine allerdings riesig. Er bleibe dabei, dass Sky eines der schlimmsten Investments in Deutschland sei und man gut beraten sei, den Papieren fern zu bleiben. Andere sprachen von attraktiven Einstiegsmöglichkeiten angesichts einer möglichen Kehrtwende
Dauerverlustbringer Sky
Für das zweite Quartal 2010 wies das Unternehmen einen leicht gestiegenen Umsatz von 236,1 Mio. Euro aus. Unter dem Strich betrug der Verlust knapp 82 Mio. Euro.