Donnerstag, 18. Juni 2009
"Geschäftschädigende Äußerungen": Anpfiff für Piëch und Huber
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat die Aufsichtsräte Ferdinand Piëch und Berthold Huber zur Zurückhaltung bei ihrer Kritik am Unternehmen gemahnt. IG-Metall-Chef Huber soll für mögliche Schäden aufgrund seiner Äußerungen zum Antrag auf Staatshilfen gegebenenfalls sogar haftbar gemacht werden.
Wiedeking macht nur seinen Job. Huber soll nicht "persönlich attackiert" werden.
(Foto: REUTERS)
In Briefen habe Wiedeking den Porsche-Großaktionär Piëch und den IG-Metall-Chef Huber darauf hingewiesen, dass ihre jüngsten Äußerungen zur wirtschaftlichen Lage des Unternehmens als geschäftsschädigend angesehen werden könnten, sagte ein Porsche-Sprecher in Stuttgart. Porsche bestätigte damit weitgehend einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung".
Als Vorstandschef sei Wiedeking juristisch dazu verpflichtet, mögliche Schäden vom Konzern abzuwenden. Das Schreiben sei also "keine persönliche Attacke". Auch an Piëch sei ein entsprechender Brief wegen seiner jüngsten Äußerungen zu Porsche gegangen, fügte der Sprecher an. Zu weiteren Details der Briefe wollte er sich jedoch nicht äußern.
Poltern schadet dem Geschäft
Bei Ferdinand Piëch gehört Poltern zum Geschäft.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Piëch hatte sich im Mai auf einer VW-Veranstaltung kritisch über die Geschäftslage und dem Unternehmenswert von Porsche geäußert. Huber hatte dem Zeitungsbericht zufolge mit Blick auf den Kreditantrag von Porsche bei der staatlichen KfW vor kurzem gesagt, die Politik könne nicht alle Firmen schützen, die in Schwierigkeiten seien.
Wie die Zeitung weiter unter Berufung auf entsprechende Briefe schreibt, soll Huber in einem Antwortschreiben Wiedeking beschuldigt haben, ein gesundes Unternehmen durch waghalsige Manöver in eine Lage gebracht habe, in der nun Kredite notwendig seien. Das sei empörend. Porsche ist durch die geplante Übernahme von VW in massive finanzielle Schwierigkeiten geraten. Den Sportwagenhersteller drücken Schulden in Höhe von neun Mrd. Euro.
Huber soll für Äußerungen haften
Huber empört sich über die waghalsigen Manöver bei Porsche.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Weiter zitiert die Zeitung, Wiedeking wolle wegen dieser kritischen Äußerungen Hubers gegebenenfalls Schadenersatz vom Chef der IG Metall fordern. Mit seinen Äußerungen habe der Gewerkschaftschef angeblich Pflichten als Aufsichtsratsmitglied verletzt. Dem Blatt zufolge droht die IG Metall wiederum damit, im VW-Aufsichtsrat einer Verlängerung eines im September auslaufenden Kredits von VW an Porsche über 700 Mio. Euro nicht zuzustimmen. "Wer Huber bedroht, kann nicht auf unsere Hilfe zählen", wurde aus Kreisen der Gewerkschaft zitiert.
ddi/dpa
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