Wirtschaft

Milliardendeal: Applied schluckt Varian

In der Solar- und Handybranche bahnt sich eine milliardenschwere Übernahme an. Applied Materials steht kurz vor der Übernahme des Rivalen Varian Semiconductor Equipment Associates. Die fusionierte Firma werde ihren Kunden ein breites Produktportfolio anbieten, teilen die Unternehmen gemeinsam mit.

Applied-Chef Michael Splinter zieht einen dicken Fisch an Land.
Applied-Chef Michael Splinter zieht einen dicken Fisch an Land.(Foto: REUTERS)

Der Boom in der Solar- und Handybranche lässt zwei große US-Chipausrüster enger zusammenrücken: Applied Materials kündigte die Übernahme seines Rivalen Varian Semiconductor Equipment Associates für knapp fünf Milliarden Dollar in bar an.

Mit der Akquisition erhofft sich Applied Materials die steigende Nachfrage nach Halbeitern für Smartphones oder Solaranlagen besser bedienen zu können. Zudem soll der Kauf Applied Materials Marktführerschaft bei innovativer Technologie für die Chipherstellung sichern. Zugleich schielt der US-Konzern auf neue Wachstumsfelder wie die Solarbranche.

Applied geht davon aus, dass sich der Zukauf schon nach einem Jahr positiv in den Ergebnissen niederschlagen wird. Je Aktie bietet Applied 63 Dollar - insgesamt 4,9 Milliarden Dollar. Dies ist ein Aufschlag von 55 Prozent auf den Schlusskurs der Varian-Aktie vom Dienstag. Die Aufsichtsräte beider Konzerne haben der Übernahme bereits zugestimmt.

Großes Potenzial für angrenzende Märkte

Die fusionierte Firma werde ihren Kunden ein breites Produktportfolio anbieten, teilten die Unternehmen gemeinsam mit. Die Hersteller könnten damit in Zukunft noch leistungsfähigere Chips produzieren, vor allem für mobile Anwendungen. Die Geräte würden dadurch schneller und die Akkus würden länger halten, so die Einschätzung der beiden Firmen. Applied Materials traut Varians Technologie zudem großes Potenzial für angrenzende Märkte zu. Neben der Solarbranche nannte der Konzern Monitore und LEDs.

Varian stellt hochkomplexe Ausrüstung für die so genannte Ionenimplantation her, ein Spezialverfahren für die Halbleiter-Produktion. Zu Varians Kunden zählt alles, was in der Branche Rang und Namen hat: Intel, Samsung Electronics, IBM, Hynix und Micron Technology. Die neue Firma konkurriert mit Anbietern wie ASML aus den Niederlanden, der japanischen Tokyo Electron Limited sowie KLA Tencor.

Quelle: n-tv.de

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