Talfahrt gestopptArcelorMittal macht Gewinn
Der weltgrößte Stahlhersteller schreibt wieder schwarze Zahlen. Nach drei verlustreichen Quartalen in Folge erwirtschaftete der Stahlkocher von Juli bis September einen Überschuss von gut 900 Mio. Dollar.
Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 14 Mio. US-Dollar gerechnet. "Dass wir den Sprung zurück in die Gewinnzone geschafft haben, ist eindeutig eine gute Nachricht", sagte Finanzchef Aditya Mittal. Aber auch, wenn die Stahlnachfrage wieder anziehe: "Wir bleiben vorsichtig. Die Konjunktur ist immer noch schwach", sagte er.
Am Ende des zweiten Quartals hatte ArcelorMittal noch ein Minus von knapp 800 Mio. US-Dollar verbuchen müssen. Im dritten Quartal 2008 dagegen stand ein Gewinn von 3,8 Mrd. US-Dollar in der Bilanz. Die Wirtschaftskrise und die weggebrochene Stahlnachfrage hatten ArcelorMittal in die tiefste Krise seit Jahrzehnten gestürzt.
"Wie angekündigt, haben wir im dritten Quartal erste Zeichen einer Erholung gesehen", sagte Konzernchef Lakshmi Mittal. Die Produktion, die in den Monaten zuvor konzernweit um bis zu 50 Prozent gedrosselt war, sei in den vergangenen drei Monaten auf 61 Prozent erhöht worden. Im Laufe des vierten Quartals solle sie auf rund 70 Prozent hochgefahren werden, hieß es.
Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 81 Prozent auf 1,59 Mrd. US-Dollar ein. Gegenüber dem zweiten Quartal bedeutet dies allerdings einen Anstieg von 30 Prozent. Damit lag der Konzern im Rahmen seiner eigenen Prognose, aber leicht unter den Erwartungen der Analysten.
Der Umsatz stieg vom zweiten aufs dritte Quartal um 6,5 Prozent auf gut 16,1 Mrd. US-Dollar. Die Produktion wurde um 7,0 Prozent auf 18,2 Mio. Tonnen erhöht. Konzernchef Mittal gab sich optimistisch, das Konjunkturtal durchschritten zu haben: Für 2010 erwarte er eine "weitere schrittweise Verbesserung".
Seit Ausbruch der Wirtschaftskrise hat ArcelorMittal weltweit rund 40.000 Stellen gestrichen, sagte Aditya Mittal. Bei einem Großteil handele es sich um "freiwillige Unternehmensaustritte", für die Abfindungen gezahlt worden seien. Vor der Krise beschäftigte der Kocher rund 326.000 Menschen in mehr als 60 Ländern.