Aufräumaktion im PortfolioArques zahlt die Zeche
Die Beteiligungsgesellschaft bezahlt ihre fehlgeschlagene Expansion mit hohen Verlusten. Für das kommende Jahr peilt Arques aber zumindest wieder ein ausgeglichenes Ergebnis an.
In den ersten neun Monaten des Jahres sei infolge des - zumeist verlustreichen - Verkaufs von Beteiligungen erneut ein Nettoverlust von 125,1 (Vorjahr: minus 114,7) Mio. Euro entstanden, teilte das Unternehmen aus Starnberg mit.
Auf die zehn in diesem Jahr verkauften Firmen mit einem Umsatz von 4,7 Mrd. Euro und die übriggebliebenen zehn Beteiligungen seien 118,6 Mio. Euro abgeschrieben worden. Seit Jahresbeginn wurde die Verschuldung um 55 Prozent auf 95 Mio. Euro abgebaut. Überhoben hatte sich Arques vor allem mit dem IT-Großhändler Actebis, dessen Börsengang gescheitert war. Im dritten Quartal lag der Verlust bei 9,5 Mio. Euro.
Zuversichtlich stimmt Arques aber die operative Entwicklung in den Sommermonaten. "Im dritten Quartal ist es uns gelungen, den Abwärtstrend zu stoppen", sagte Vorstandschef Hans-Gisbert Ulmke. Das operative Ergebnis (Ebitda) sei erstmals in diesem Jahr mit 9,9 Mio. Euro wieder positiv gewesen. Das soll im vierten Quartal so bleiben, wobei Arques vor allem auf das Weihnachtsgeschäft des Telefonherstellers Gigaset setzt, an dem Siemens noch mit knapp 20 Prozent beteiligt ist.
Ulmke bekräftigte, dass Arques im kommenden Jahr wieder ein zumindest ausgeglichenes Ergebnis anstrebe, wenn die Konjunktur anziehe. "Nach Abschluss der Konsolidierung des Portfolios will Arques im Jahr 2010 vermehrt auf Wachstum setzen", hieß es in der Mitteilung. Noch vor dem Jahresende sei neben dem Verkauf von mindestens einer Beteiligung aber auch ein Zukauf möglich.