Dienstag, 16. März 2010
Krisenfeste Versicherer: Aufseher winken ab
Neuerliche Erschütterungen an den Finanzmärkten können den großen Versicherungskonzerne Europas offenbar nichts Ernstes anhaben. Der Verband der Versicherungsaufseher CEIOPS sieht die Unternehmen wohl gerüstet.Die großen europäischen Versicherungen sind nach Ansicht der zuständigen Aufsichtsbehörden für künftige Krisen gut gewappnet. In einer schweren Finanzkrise wie in den zwölf Monaten bis September 2009 würden die untersuchten 28 Versicherer zusammen nur Verluste von zehn Milliarden Euro hinnehmen müssen, erklärte der Verband der europäischen Versicherungsaufseher (CEIOPS). Dabei würden die untersuchten Konzerne, die einen Marktanteil von 60 Prozent haben, nur drei Prozent ihres Kapitals einbüßen. In zwei noch dramatischeren Szenarien - einer tiefen Rezession und einer galoppierenden Inflation - würden sie bis zu 25 Prozent des Kapitals einbüßen.
Ingesamt stellt der CEIOPS, dem auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin und die britische FSA angehören, den Branchengrößen ein gutes Zeugnis aus: "Die Ergebnisse des Stress-Testes deuten darauf hin, dass die großen, wichtigen europäischen Versicherer sogar in extremen Szenarien widerstandsfähig bleiben würden. In allen Fällen würde ihr verfügbares Kapital noch die regulatorischen Anforderungen übertreffen." CEIOPS-Chef Gabriel Bernardino betonte: "Die Vermögenswerte aller teilnehmenden Versicherer reichten aus, um die Verpflichtungen gegenüber den Versicherten zu erfüllen."
Aus Deutschland hatten die Allianz, die Münchner Rück und Talanx an der Studie teilgenommen. Sie basierte auf Geschäftszahlen vom Juni 2009. Zwischenzeitlich hätten die meisten Konzerne zusätzliche Kapitalpuffer aufnehmen und ihre Solvabilitätskennziffern damit aufbessern können. Die Branche habe sich insgesamt widerstandsfähig gezeigt. Nur in Einzelfällen sei staatliche Unterstützung notwendig geworden.
rts
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