Hohe Kupferpreise, hoher GewinnAurubis startet mit Paukenschlag

Das Schlussquartal 2011 von Aurubis kann sich sehen lassen: Das Einnahmenplus von 15 Prozent wird noch vom Ergebniszuwachs übertroffen. Leichte Fragezeichen beim Ausblick trüben die gute Analystenstimmung nicht, nur die Anleger sind ebenso skeptisch wie der Konzernvorstand des Kupferkonzerns.
Ein sehr gutes Marktumfeld und eine hohe Produktion haben Umsatz und Gewinn des Kupfererzeugers Aurubis im Erstquartal in die Höhe schnellen lassen. Doch dieser Aufschwung wird sich nach Angaben des Vorstands nicht fortsetzen. Gedämpfte konjunkturelle Erwartungen und die Unsicherheit über den Fortgang der Finanzkrise wirkten sich negativ auf den Absatz aus. Daher soll das operative Vorsteuerergebnis im Geschäftsjahr 2011/12 zwar immer noch "zufriedenstellend" ausfallen, aber aller Voraussicht nach unter Vorjahr liegen.
Im Zeitraum von Oktober bis Dezember haben 15 Prozent höhere Einnahmen das Ergebnis je Aktie um 27 Prozent auf 3,01 Euro gepusht. Das Hamburger Unternehmen profitierte dabei vor allem von einem guten Kupferkonzentratdurchsatz und höheren Schmelzlöhnen. Außerdem wirkten sich gestiegene Schwefelsäurepreise bei höheren Absatzmengen und höhere Raffinierlöhne bei der Altkupferverarbeitung positiv auf das Ergebnis aus. Die Konjunkturunsicherheit schlug sich indes in rückläufigen Absatzmengen im Bereich Kupferprodukte nieder.
Kupferpreise dürften hoch bleiben
Der Umsatz stieg vor allem aufgrund der Integration der gekauften Walzproduktsparte von Luvata auf rund 3,2 Mrd. Euro. Der operative Vorsteuergewinn verbesserte sich auf 86 Mio. Euro. Diese Kernkennzahl des Unternehmens lag im Vorjahr noch bei minus 21 Mio. Euro. Seinerzeit war das Ergebnis durch negative Sondereffekte aus der Bewertung von Metallvorräten und einem Anlagenstillstand belastet.
Aurubis warnte erneut vor möglichen Hochrechnungen der guten Erstquartalszahlen auf das bis Ende September laufende Gesamtjahr. "Unsere bisherige Erwartung eines zufriedenstellenden Jahresergebnisses wird durch das sehr gute erste Quartal untermauert. Wir können jedoch aufgrund der derzeitigen konjunkturellen Unsicherheiten nicht davon ausgehen, das sehr gute Vorjahresergebnis wieder zu erreichen", sagte Vorstandsvorsitzender Peter Willbrandt.
Negative Auswirkungen sieht er auf den Absatzmärkten für Schwefelsäure und Kupferprodukte. Die Beschaffungsmärkte dürften aus Sicht des Vorstands bis zum Ende des Geschäftsjahres indes in einer guten Verfassung bleiben. Der Kupfermarkt sei trotz konjunktureller Unsicherheiten gut unterstützt. Aus diesem Grund werden zwar volatile, aber anhaltend hohe Kupferpreise erwartet.
Analysten zufrieden
Um den Gewinn bei komplexen Kupferprofilen zu steigern, will Aurubis die unprofitable Produktion aus der Schweiz an den bestehenden Standort nach Belgien verlegen. Nur noch ein Vertriebsbüro soll dort bestehen bleiben.
Im Markt kamen die Zahlen sehr gut an. Analysten hatten im Konsens wesentlich weniger Gewinn erwartet. Dies zeigte sich bereits am Freitag, als der Kupfererzeuger vorab schon einmal den Vorsteuergewinn auf operativer Basis und nach dem Rechnungslegungsstandard IFRS veröffentlichte. Die DZ Bank rechnet nun damit, dass das im MDax gelistete Unternehmen die Erwartungen des Gesamtjahres erfüllt.