Wirtschaft

Keine Lust bei Boehringer Ingelheim: Aus für Frauen-Viagra

Soviel zum Thema Gleichberechtigung: Während Viagra die sexuellen Möglichkeiten des Mannes bereits seit Jahren steigert, muss Frau weiterhin ohne Lustpille auskommen. Wegen unklarer Langzeitrisiken bläst Boehringer Ingelheim die Entwicklung von "Rosa Viagra" ab.

Zu Zeiten Marilyn Monroes dachte noch keine Frau an luststeigernde Pillen.
Zu Zeiten Marilyn Monroes dachte noch keine Frau an luststeigernde Pillen.(Foto: picture-alliance / dpa)

Boehringer Ingelheim stellt die Entwicklung seiner Frauen-Lustpille Flibanserin ein. Die Forschungsarbeiten an dem Präparat, das in der Branche auch als "Rosa Viagra" bezeichnet wird, würden nicht fortgeführt, teilte der Konzern mit. Ende Juni hatte ein Expertenausschuss der US-Gesundheitsbehörde FDA sich wegen der unklaren Langzeitrisiken gegen eine Zulassung der Lustpille ausgesprochen.

"Die Entscheidung ist uns vor allem angesichts des Entwicklungsstandes nicht leicht gefallen", sagte Vorstandsvorsitzender Andreas Barner. Man glaube weiterhin an die Wirksamkeit des Präparats, aber der Aufwand, um die Zulassung in den USA zu erhalten, sei zu groß. Daher habe man sich dazu entschieden, sich auf andere Projekte zu konzentrieren.

"Girosa" und das sexuelle Verlangen

Boehringer wollte sein Mittel unter dem Namen "Girosa" auf den Markt bringen und hatte sich davon ein hohes Marktpotenzial erhofft. Ursprünglich sollte Flibanserin als Antidepressivum genutzt werden. Dann fanden Forscher heraus, dass der Wirkstoff bei den Neurotransmitter-Systemen im Gehirn ansetzt, die eine Rolle beim sexuellen Verlangen spielen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen