Gewinn geht zurückBASF erwartet härtere Zeiten
Der Ausfall libyscher Ölförderanlagen führt beim weltgrößten Chemiekonzern BASF im dritten Quartal zu einem Ergebnis-Rückgang. Der Konzern profitiert dagegen vom Kauf des Spezialchemiekonzerns Cognis. Für das Gesamtjahr peilt BASF weiterhin ein neues Spitzenergebnis an.
Der Chemiekonzern BASF hat sich im abgelaufenen Quartal trotz zunehmender Konjunkturrisiken gut behauptet. Die Nachfrage sei auf hohem Niveau geblieben, in fast allen Geschäftsfeldern habe der Konzern beim Absatz das Vorjahresniveau erreicht, hieß es im Zwischenbericht für die Monate Juli bis September. Konzernchef Kurt Bock sieht aber härtere Zeiten anbrechen. So bauten Chemiekunden ihre Vorräte ab und verzögerten zum Teil Bestellungen, was sich auch im vierten Quartal fortsetzen werde. Dennoch bekräftigte Bock die Konzernziele für das Gesamtjahr: Danach soll 2011 der Umsatz signifikant steigen. Bereinigt um nicht anrechenbare Ölfördersteuern soll der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen deutlich zunehmen.
"Auch bei aktuell guten Ergebissen bleiben wir vorsichtig, denn die wirtschaftliche Dynamik wird sich voraussichtlich weiter abschwächen", sagte Bock. Im dritten Quartal sank vor Sondereinflüssen - wie etwa Restrukturierungen - der Betriebsgewinn (Ebit) binnen Jahresfrist um 11,3 Prozent auf 1,96 Mrd. Euro. Damit schnitt der Konzern aber besser ab als von Analysten erwartet. Ein Jahr zuvor hatte BASF noch in Libyen Ergebnisse aus der Erdölförderung erzielt. Wegen der Unruhen konnte BASF dort im dritten Quartal nicht fördern. Das Libyen-Geschäft herausgerechnet nahm der bereinigte Betriebsgewinn um sechs Prozent zu. BASF hatte die Förderung in dem nordafrikanischen Land erst in diesem Monat wieder aufgenommen.
BASF will weiter sparen
BASF setzte in den Sommermonaten 17,6 Mrd. Euro um - ein Plus von 11,6 Prozent. Gestiegene Rohstoffkosten seien in fast allen Bereichen über höhere Preise an die Kunden weitergereicht worden, erklärte der Konzern. Zu dem Umsatzanstieg trug auch die Übernahme des Spezialchemiekonzerns Cognis bei - vor allem in Europa und in den USA.
Der Konzernüberschuss sank um 4,3 Prozent auf 1,19 Mrd. Euro. Angesichts der schwächer werdenden Konjunktur will der Konzern nun weiter sparen, um seine Ertragskraft zu sichern. "Daueraufgabe bleibt es, die Kosten weiter zu reduzieren und die Effizienz zu erhöhen", sagte Bock. Das Geschäft in den Wachstumsmärkten soll weiter ausgebaut werden. Seinen Aktionären machte BASF trotz des härteren Wirtschaftsumfelds Mut. "Wir werden 2011 wiederum eine hohe Prämie auf unsere Kapitalkosten verdienen," sagte Finanzchef Hans-Ulrich Engel. Dieses Kriterium ist für den Konzern der Gradmesser für die Höhe der Dividende. Für das Jahr 2010 hatten die Aktionäre 2,20 Euro pro Anteilsschein erhalten.