Wirtschaft

Gemeinsame Sache bei KohleBHP und Rio bündeln Kräfte

15.07.2009, 08:02 Uhr

Die australischen Bergbauriesen Rio Tinto und BHP Billiton, die erst Anfang Juni ihr Eisenerzgeschäft zusammengelegt haben, wollen jetzt offenbar bei der Kohle-Förderung kooperieren.

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BHP und Rio Tinto sind wegen der Fusionspläne von Xstrata und AngloAmerican beunruhigt. (Foto: REUTERS)

Die australischen Bergbaugiganten Rio Tinto und BHP Billiton verhandeln einem Zeitungsbericht zufolge über eine Zusammenarbeit bei der Kohle-Förderung. Die beiden Konzerne, die erst Anfang Juni ihr Eisenerzgeschäft zusammengelegt hatten, wollten ihre Aktivitäten in dem Bereich in den australischen Staaten Queensland und New South Wales bündeln, berichtete die "Herald Sun" auf ihrer Internetseite unter Berufung auf Industriekreise. BHP und Rio wollten sich zu dem Bericht nicht äußern.

Der Zeitung zufolge seien die Konzerne wegen der Fusionspläne des international tätigen Minenbetreibers Xstrata mit dem britisch-südafrikanischen Konkurrenten Anglo American unter Druck geraten. Ein Zusammenschluss von Xstrata und Anglo würde BHP nach Angaben der "Herald Sun" von seiner Position als Australiens größten Kohleförderer vertreiben. BHP ist weltweit die Nummer eins der Minenbetreiber und der größte Produzent von Kohle, die zur Herstellung von Stahl benutzt wird.

BHP wollte im vorigen Jahr Rio Tinto ganz kaufen, ließ aber nach dem Einbruch der Rohstoffpreise von den Plänen für eine feindliche Übernahme ab. Auch eine Milliarden-Investition des chinesischen Staatskonzerns Chinalco bei Rio war Anfang Juni endgültig geplatzt, nachdem Anteilseigner den zunehmenden Einfluss Chinas auf die Rohstoffpreise fürchteten. Mit der am 5. Juni bekanntgegebenen Zusammenlegung des Eisenerzgeschäfts versprechen sich BHP und Rio Einsparungen von zehn Mrd. US-Dollar.

Rio Tinto steigert Eisenerzproduktion

Wie ferner mitgeteilt wurde, hat Rio Tinto seine Eisenerzproduktion im zweiten Quartal um acht Prozent gesteigert. Gegenüber dem Vorquartal stellte das Unternehmen 43 Prozent mehr Eisenerz her. Die Lage an den weltweiten Märkten sei im abgelaufenen Vierteljahr weiterhin schwierig gewesen, erklärte das Unternehmen. Die Stahlnachfrage in China dürfte sich jedoch im zweiten Halbjahr wieder erholen.

Rio Tinto hatte in China zuletzt Probleme mit den Behörden bekommen: Gegen mehrere Mitarbeiter der Konzerns wurden Spionage-Ermittlungen eingeleitet. Der Fall belastet auch die politischen Beziehungen zwischen China und Australien.

Quelle: ddi/rts