Wirtschaft

Champions-League-ÜbertragungsrechteBT grätscht Sky ab

11.11.2013, 10:50 Uhr
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Ein Tor, ein Sieger: Bayern gewinnt das CL-Finale 2013 im Londoner Wembley-Stadion. (Foto: picture alliance / dpa)

Der Preiskampf im Mutterland des Fußballs geht in die nächste Runde: Umgerechnet mehr als eine Milliarde Euro lässt sich British Telecom die Ausstrahlung der Champions League kosten - für drei Jahre. Damit versetzt BT dem Konkurrenten Sky einen weiteren Nackenschlag. Die Anleger reagieren prompt.

Ein Beispiel, das auch in Deutschland Schule machen könnte? Der britische Telekomkonzern BT Group hat der Konkurrenz die Übertragungsrechte für zwei wichtige Fußballereignisse weggeschnappt. Rund 897 Millionen britische Pfund zahlt die Londoner Gesellschaft dafür, dass sie in den Jahren 2015 bis 2018 die Uefa Champions League und die Uefa Europa League übertragen darf.

Der Telekommunikationskonzern hat sein im Sommer gestartetes Sportprogramm in jüngster Zeit deutlich ausgeweitet und fährt damit dem Marktführer Sky in die Parade. So hat sich BT im vergangenen Jahr für 738 Millionen Pfund die Exklusivrechte für die Übertragung von 38 Fußballspielen der englischen Premier League für drei Spielzeiten gesichert. Die Investition werde den Gewinn belasten, hatte BT jüngst eingeräumt.

Für die nun erworbenen Fernsehrechte wird BT nach eigenen Angaben eine jährliche Sonderbelastung von 299 Millionen Pfund verbuchen. Den Ausblick behielt das Unternehmen unverändert bei.

BT will mit seinem Sportsender, der unter anderem auch Frauen-Tennis überträgt, neue Kunden anlocken. Vor allem sollen Sky und Virgin Media Breitbandkunden abspenstig gemacht werden. Virgin Media gehört zum Konzern Liberty Global. Für Breitbandkunden von BT sind die Sportangebote kostenfrei.

Ein enges Rennen?

ITV war nach eigenen Angaben nicht bereit, für die Übertragungsrechte "zuviel" zu bezahlen. Ein BT-Sprecher sagte, es sei wohl eine enges Rennen gewesen. Sky (British Sky Broadcasting, BSkyB), bisher unangefochtener Marktführer auf der Insel, reagierte auf den Verlust der TV-Rechte: "BT hat sich offensichtlich entschieden, deutlich mehr zu zahlen als uns die Rechte wert waren." Sky gehe "diszipliniert" an die Dinge heran, und es gebe immer ein Niveau, bei dem sich das Unternehmen lieber auf etwas anderes konzentriere.

BSkyB gehört zu 39 Prozent zur 21st Century Fox Inc. des Medienmoguls Rupert Murdoch. In dieser sind die Medien- und Entertainmentaktivitäten der inzwischen aufgespaltenen News Corp enthalten. Die neue News Corp besitzt vor allem Publikationen wie etwa das "Wall Street Journal".

BSkyB-Aktie bricht ein

An der Börse reagierten die BSkyB-Anleger verschnupft. Die in London gelisteten BSkyB-Titel rutschten um bis zu 11 Prozent ab. "Das kommt sehr unerwartet", hieß es in einem Kommentar der Berenberg Bank. Auch der Kampf um die Premier-League-Rechte könnten nun einiges intensiver werden.

In Deutschland hat ebenfalls Murdoch über Sky Deutschland die Finger am Ball: Bundesliga und Champions League gibt es live bei dem Bezahlsender. Einzelne Spiele und Zusammenfassungen zeigt auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen. In der Europa League hat neben Sky auch ProSiebenSat.1 Ausstrahlungsrechte.

Sky Deutschland hatte zuletzt auch die Internetrechte für Bundesliga-Livespiele erworben und dort die Deutsche Telekom ausgestochen. Beide Unternehmen kooperieren in diesem Bereich jetzt.

Quelle: ntv.de, DJ