Wirtschaft

Übernahme von HK Plastics: Balda kauft US-Kunststofffirma

Balda bleibt auf Expansionskurs: Der deutsche Kunststoffspezialist schluckt die kalifornische HK Plastics Engineering, um seine Präsenz auf dem US-Markt zu vergrößern. Der deutschstämmigen Gründerfamilie spült der Deal einen hohen einstelligen Millionenbetrag in die Kasse.

Der Kunststoffteile-Hersteller Balda schluckt die US-Firma HK Plastics.
Der Kunststoffteile-Hersteller Balda schluckt die US-Firma HK Plastics.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Kunststoffteile-Hersteller Balda setzt seine Einkaufstour in den USA fort. Für einen hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrag kaufe das Unternehmen die kalifornische HK Plastics Engineering Inc komplett, teilte Balda mit. Durch den Kauf, der zum Jahresende wirksam werde, baue der Konzern seine Präsenz im strategisch wichtigen US-Markt aus. Der Kaufpreis werde vollständig aus vorhandenen Mitteln finanziert.

Verkäufer seien die deutschstämmigen Gründer-Familien von HK Plastics, einem Hersteller von Kunststoff-Spritzgussformen. Das US-Unternehmen, 1974 vom in Bayern geborenen Horst Krippner gegründet, beschäftige gut 80 Mitarbeiter, habe 2012 umgerechnet rund elf Mio. Euro Umsatz erreicht und schreibe operativ (EBITDA) Gewinn.

Das US-Unternehmen liefert Kunststoff-Spritzgusstechnik vor allem für den medizinischen Bereich. Kurz vor Weihnachten hatte Balda den Erwerb eines ähnlichen Unternehmens, der C. Brewer Company in Kalifornien, für 33 Mio. Euro angekündigt. Beide Käufe sollen zum Jahresende wirksam werden. C. Brewer sei wie Balda in der Medizintechnik unterwegs und produziere zudem für US-Brillenhersteller sowie für die Automobil- und Elektroindustrie, hatte das Unternehmen aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen) mitgeteilt. Durch weitere Übernahmen in den USA und Westeuropa will Balda den Konzernumsatz auf 150 bis 200 Mio. Euro hochschrauben. Die Sparte Medizintechnik soll dadurch auf 100 Mio. Euro kommen, 2011 hatte sie erst 40 Mio. erwirtschaftet.

Balda liefert Kunststoffprodukte für die Medizintechnik und Baugruppen für Elektronikprodukte. In dem Unternehmen tobt ein Streit zwischen Vorstand und Aktionären, die der Firmenleitung vorwerfen, vor allem die Interessen eines chinesischen Miteigentümers zu verfolgen. In Deutschland hat das im SDax gelistete Unternehmen gut 200 Mitarbeiter, weltweit gut 1200. Im Rumpfgeschäftsjahr (Januar bis Juni 2012) machte Balda bei einem Umsatz von 24,7 Mio. Euro ein Defizit von 14,7 Mio. Euro vor Zinsen und Steuern.

Quelle: n-tv.de

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