Wirtschaft

Aigners BeipackzettelpläneBanken geben klein bei

14.02.2010, 17:37 Uhr

Der Druck aus dem Verbraucherschutzministerium zeigt Wirkung: Immer mehr deutsche Banken wollen ihre Kunden künftig mit übersichtlich gestalteten "Beipackzetteln" über die Risiken ihrer Produkte informieren.

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Knallharter Verbraucherschutz: Ilse Aigner (Archivbild). (Foto: dpa)

Fast alle Großbanken wollen ihren Kunden künftig "Beipackzettel" aushändigen, berichtet der Berliner "Tagesspiegel" vorab aus seiner Ausgabe von Montag. Auf diese Weise sollen Bankkunden schriftlich über die Chancen und Risiken der jeweiligen Geldanlagen aufgeklärt werden. Mit diesen Produktinformationsblättern hofften die Banken, einer gesetzlichen Regelung zu entgehen.

Dem Bericht zufolge will zum Beispiel die Postbank ihren 500.000 Depotkunden im Sommer solche Informationen an die Hand geben, wie ein Sprecher der Zeitung sagte.

Die Hypo-Vereinsbank erarbeitet derzeit nach eigenen Angaben "ein Maßnahmenpaket, das über das Spektrum eines reinen Produktinformationsblattes hinausgehen wird". Es solle im Frühjahr vorgestellt werden.

Die Sparkassen streben eine Harmonisierung ihrer bestehenden Informationsblätter an. "Wir können uns durchaus vorstellen, hier zu einer Vereinheitlichung zu kommen", sagte der Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Stefan Marotzke.

Die ING Diba hatte bereits im vergangenen September solche "Beipackzettel" eingeführt. Die Deutsche Bank gibt seit vergangener Woche Informationsblätter heraus.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner strebt ein bundesweit einheitliches Produktinformationsblatt an, für das es auch ein Muster aus ihrem Hause gibt.

Wenn nicht alle Banken mitzögen, müsse das notfalls per Gesetz sichergestellt werden, sagte Ministeriumssprecher Holger Eichele der Zeitung. "Die Geduld der Ministerin ist nicht endlos", fügte er hinzu.

Quelle: dpa