Wirtschaft
Ist Bargeld zu unsicher und ineffizient und deswegen in zehn Jahren verschwunden?
Ist Bargeld zu unsicher und ineffizient und deswegen in zehn Jahren verschwunden?(Foto: dpa)

"Cash ist fürchterlich ineffizient": Banker sagt Ende des Bargelds voraus

Die Deutschen gehören weltweit zu den größten Fans von Schein und Münze. 79 Prozent ihrer Geschäfte machen sie in bar. Deutsche-Bank-Chef John Cryan prophezeit dennoch, dass Bargeld in zehn Jahren ausgedient hat.

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Sollte Bargeld abgeschafft werden?

Mit einer gewagten These hat Deutsche-Bank-Chef John Cryan beim Weltwirtschaftsforum in Davos für Aufsehen gesorgt. Bargeld wird seiner Ansicht nach in den nächsten zehn Jahren verschwinden, denn: "Cash ist fürchterlich teuer und ineffizient." Auch das Falschgeldproblem wäre mit einem Schlag aus der Welt. Bargeld helfe nur noch Geldwäschern und anderen Kriminellen, ihre Geschäfte zu verschleiern, so Cryan weiter. Allein in Deutschland waren nach Angaben der Bundesbank im Jahr 2015 rund 95.500 falsche Euro-Noten im Umlauf.

Doch gerade die Deutschen scheinen besonders stark an Banknoten und Geldmünzen zu hängen. Während etwa Schweden und Dänemark den Zahlungsverkehr radikal digitalisierten, zahlen die Menschen in Deutschland noch immer am liebsten in bar: 79 Prozent der Transaktionen werden so durchgeführt, errechnete die Bundesbank. Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele trat Cryans Aussage einschränkend entgegen. "Meines Erachtens wird der Anteil des unbaren Zahlungsverkehrs zunehmen und trotzdem wird Bargeld bleiben", sagte er der "Bild".

Auch digitales Geld birgt große Risiken

Barzahler schätzen vor allem, dass sie einen genauen Überblick über ihre Ausgaben haben und sich beim Bezahlen keine Sorgen über Datenschutz machen müssen. Auch beim Handelsverband HDE glaubt man deswegen nicht an einen schnellen Abschied. "Ob und wann das Ende für das Bargeld kommt, entscheiden die Kunden. Der Handel nimmt derzeit noch mehr als die Hälfte seines Umsatzes (53 Prozent) in bar entgegen", erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. "Insofern ist ein Ende noch nicht absehbar, auch wenn die Umsätze mit Kartenzahlungen stetig aber langsam steigen."

Dass auch digitales Geld große Risiken birgt, kam erst diese Woche wieder ans Licht: Weil Kriminelle versuchten, an Daten von Kreditkarten zu kommen, mussten mehrere Banken Zehntausende Karten vorsichtshalber austauschen.

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Quelle: n-tv.de

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