Wirtschaft
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Rekordverlust in Spanien: Bankia versenkt Milliarden

Die spanische Bankia schreibt den größten Verlust in der Wirtschaftsgeschichte des Landes. In diesem Jahr hofft der vor zwei Jahren gegründete Verbund angeschlagener Sparkassen auf die Wende und eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Das spanische Krisen-Institut Bankia hat im vergangenen Jahr wegen massiver Abschreibungen auf Schrottimmobilien einen Rekordverlust von 19 Mrd. Euro erlitten. Zusammen mit der Mutter BFA belief sich der Vorsteuer-Fehlbetrag sogar auf 21,2 Mrd. Euro – dies sind die höchsten Verluste in der Geschichte der spanischen Finanzwirtschaft. Höhere Fehlbeträge verbuchten in Europa in den vergangenen Jahren nur die Royal Bank of Scotland und die Fortis Bank.

Die zum Inbegriff der spanischen Bankenkrise gewordene Sparkasse war wegen des Zusammenbruchs des spanischen Immobilienmarktes und der Verschärfung der Schuldenkrise in Schieflage geraten und musste vom Staat gerettet werden. Mittlerweile ist die Bank verstaatlicht. Spaniens Banken mussten wegen des Preisverfalls am Immobilienmarkt massive Abschreibungen auf Kredite und wertlos gewordene Häuser verkraften, was viele an den Rand des Abgrunds brachte.

Die Bankia hat Hilfen über 18 Mrd. Euro aus dem Euro-Rettungsfonds beantragt und will mit einem harten Sanierungskurs die Wende schaffen. Dazu sollen Tausende Stellen gestrichen und Geschäftsbereiche verkauft werden. Die Bank übertrug einen großen Teil seiner Aktiva im Immobilienbereich der staatlichen Abwicklungsgesellschaft Sareb ("Bad Bank"). Die Immobilienanlagen machen heute noch etwa drei Prozent der gesamten Aktiva aus. Vor einem Jahr waren es noch über 17 Prozent gewesen.

Das mittlerweile verstaatlichte Institut hatte im Laufe des vergangenen Jahres nach eigenen Angaben Rücklagen in Höhe von 26,8 Mrd. Euro gebildet. Zudem seien die Einlagen im vierten Quartal um 975 Millionen Euro angewachsen, hieß es.

"Wir beginnen 2013 mit einer soliden Position", sagte Bankia-Chef José Ignacio Goirigolzarri. "Wir haben eine sanierte Bilanz, eine gute Solvenz und eine ausgezeichnete Liquidität." Das Geldinstitut stehe nun vor der Herausforderung, wieder rentabel zu werden und die vom Staat erhaltenen Hilfen zurückzuzahlen. Bankia ist die größte der vier spanischen Banken, die mit EU-Mitteln gerettet werden sollen.

Quelle: n-tv.de

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