Der Schrecken der MarktbetreiberBats bastelt Börsengang

Den Konkurrenzkampf zwischen den traditionellen Börsenplätzen und den aufstrebenden elektronischen Handelsplattformen können Anleger bald komplett am Aktienmarkt verfolgen: Bats Global Markets prescht nach vorne und wagt sich selbst auf das Parkett.
Mitten in der laufenden milliardenschweren Fusionswelle
der Börsenbranche strebt die alternative US-Handelsplattform Bats Global Markets
selbst auf das Parkett. Bats habe diesen Schritt bei den zuständigen Behörden bereits beantragt, teilte der drittgrößte
US-Börsenbetreiber mit.
Bats wurde 2005 von Großbanken
als eine Alternative zu den etablierten Börsen wie New York Stock Exchange (Nyse) und Nasdaq
gegründet. Zwischen Nasdaq und dem Frankfurter Börsenbetreiber Deutsche Börse tobt derzeit ein Bieterwettkampf um den Wall-Street-Betreiber Nyse. International wollen sich weitere Handelsplätze zusammenschließen.
Bats gilt als junge Konkurrenz der alteingesessenen Handelsplätze: Für das vergangene Jahr wies das Unternehmen einen Nettogewinn von 19,8
Mio. Dollar bei einem Umsatz von 835 Mio. Dollar aus. Bats kommt nach
eigenem Bekunden auf einen Marktanteil von 10,5 Prozent. Über das geplante Emissionsvolumen
hüllte sich der Börsenbetreiber zunächst in Schweigen.
Alternative Plattformen wie Bats haben den etablierten Börsenbetreibern in den vergangenen
Jahren bereits massiv Marktanteile im Aktienhandel abgenommen. Unter Beobachtern gilt das als einer der
Gründe, warum eine weltweite Fusionswelle in der Börsenlandschaft ins Rollen gekommen
ist.
Neben dem geplanten Zusammenschluss von Deutscher Börse und Nyse Euronext zur
weltgrößten Börse für Aktien und Derivate haben unter anderem auch die Londoner
LSE und die kanadische TMX Group ihren baldigen Zusammenschluss verkündet. Die Tokioter
Börse (TSE) fasst eine Fusion mit der Osaka Securities Exchange (OSE) ins Auge.
Bats selber hatte im Februar bekanntgegeben, den Konkurrenten übernehmen
zu wollen.